Auf das Verhältnis kommt es an!

 

Wir bekommen Tag täglich die Zahlen von „Neuinfektionen“ präsentiert. Dies geschieht immer ohne Bezugsgröße. Es entsteht dadurch ein bedrohliches Bild.

 

Im Epidemiologischen Bulletin 30/2020 veröffentlicht das Robert-Koch-Institut die aktuellen Zahlen von durchgeführten Tests, die Anzahl der positiven Tests und die Positivrate (siehe Abbildung links).

 

Ich habe die Anzahl der durchgeführten Tests zusammen mit den positiven Tests in eine Tabelle eingefügt. Wir sehen zum einen, dass es einen extremen Anstieg der durchgeführten Tests gibt. Dies entspricht der von der Politik vorgegebenen Strategie „testen, testen, testen“. Zum anderen sehen wir, dass trotz dem Ansteigen der Tests die Anzahl der positiven Tests nicht ansteigt. Dies sieht man auch schön in der Positivrate.

In der Rubrik "Was läuft hier schief?" habe ich bereits Grafiken zum selben Thema eingefügt. Meine Darstellung hier ist nun auf dem aktuellsten Stand und die beiden Kurven in eine Grafik zusammengefügt.  

 

Fall-Verstorbenen-Anteil und Sterblichkeit – Nicht verwechseln!

 

Eine Patientin machte mich darauf aufmerksam, dass sie in einem Facebookeintrag gelesen habe, dass die Sterblichkeit von Covid-19 in unserem Landkreis bei 8% läge und doch von der Angabe auf meiner Homepage stark abweiche. Ich solle dies mal erklären. Das mache ich natürlich sehr gerne.

 

Diese vermeintliche Sterblichkeit kam wie folgt zustande: In unserem Landkreis gab es bis zum 07.08.2020 insgesamt 559 gemeldete Covid-19 Fälle und insgesamt 43 SARS-CoV2-positive Todesfälle. Dies ergibt einen Wert von 7,7%.

 

Allerdings ist dies nicht die Sterblichkeit, sondern der sogenannte Fall-Verstobenen-Anteil (CFR, case fatality rate). Hier werden laborbestätigte Fallzahlen mit den Covid-19-Verstorbenen verglichen. Die Anzahl der gemeldeten Fälle ist bei weitem kleiner wie die tatsächliche Anzahl der mit SARS-CoV2-Infizierten – das Robert-Koch-Institut geht von einem Faktor 4,5-11,1 aus. Dadurch ist die Letalität grundsätzlich niedriger als der Fall-Verstobenen-Anteil. Auch bei den erfassten Todesfällen wird keine Unterscheidung gemacht zwischen „an“ oder „mit“-Covid-19-Verstorbenen. Wie weiter unten aufgeführt zeigen die Obduktionsergebnisse hier auch eine Überschätzung dieser Anzahl, was nochmals zu einem Absinken der tatsächlichen Sterblichkeit führt. Für eine genaue Letalitätsberechnung müssen noch deutlich mehr Parameter einberechnet werden.

 

Also die gemeldeten Fälle mit den Todesfällen zu vergleichen und dies als Sterblichkeit (Letalität) zu bezeichnen ist nicht korrekt. Solche Missverständnisse führen dann doch zu mehr Angst und dienen nicht zur sachlichen Aufklärung bei!

 

 

Positive PCR und Infektiosität!?!

 

Am 22.07.2020 macht die US-Gesundheitsbehörde CDC auf folgende Fakten aufmerksam (Duration of Isolation and Precautions for Adults with COVID-19):

 

Die Konzentrationen von SARS-CoV2-RNA in Proben des oberen Respirationstrakts waren nach Beginn der Symptomatik rückläufig. (CDC, unpublished data, 2020; Midgley et al., 2020; Young et al., 2020; Zou et al., 2020; Wölfel et al., 2020; van Kampen et al., 2020).

 

Die Wahrscheinlichkeit replikationsfähige, also infektiöse Virenpartikel zu entdecken war ebenso nach Beginn der Symptomatik stark rückläufig. Bei Patienten mit leichter bis moderater Covid-19-Symptomatik waren infektiöse Virenpartikel 10 Tage nach Symptombeginn nicht mehr nachweisbar. (CDC, unpublished data, 2020; Wölfel et al., 2020; Arons et al., 2020; Bullard et al., 2020; Lu et al., 2020; personal communication with Young et al., 2020; Korea CDC, 2020).

 

Infektiöse Virenpartikel wurden zwischen 10 bis 20 Tage nach Symptombeginn bei einigen Patienten mit schwerer Covid-19-Symptomatik gefunden. (van Kampen et al., 2020).

 

Jedoch wurde in dieser Patientenreihe geschätzt, dass 88% bzw. 95% der Patienten nach 10 bzw. 15 Tagen nach Symptombeginn keine infektiösen Viruspartikel mehr besitzen.

 

Eine große Kontaktverfolgungsstudie zeigte, dass bei Hochrisikokontakten im Haushalt und Krankenhaus keine Ansteckung verursacht wurde, wenn die erkrankte Kontaktperson schon länger als 6 Tage erkrankt war. (Cheng et al., 2020).

 

Obwohl 3 Wochen nach Symptombeginn keine infektiösen Viruspartikel mehr isoliert werden konnten, wurde bei den Patienten bis zur 12. Woche SARS-CoV2-RNA in deren oberen Respirationstrakt gefunden. (Korea CDC, 2020; Li et al., 2020; Xiao et al, 2020).

 

Bei einer Untersuchung von 285 RNA-dauerpositiven Patienten, wobei davon 126 Patienten mit wiederkehrender Symptomatik waren, wurde keine Übertragung bei 790 zurechenbaren Kontakten mit diesen Patienten gesehen. Es wurde bei 108 Patienten versucht infektiöse Virenpartikel zu isolieren, was bei keinem Einzigen erfolgreich war. (Korea CDC, 2020).

 

In Proben von Patienten welche sich von der initialen Covid-19-Erkrankung erholt hatten und anschließend neue Symptome entwickelten und bleibend eine positive RNA-PCR hatten wurden keine infektiösen Viruspartikel gefunden. (Korea CDC, 2020; Lu et al., 2020).

 

Diese Studienergebnisse, dass sich bei den meisten Covid-19-Patienten 10-15 Tage nach Symptombeginn keine replikationsfähigen Viruspartikel mehr nachweisen lassen, allerdings bis zu drei Monate nach Symptombeginn sich noch SARS-CoV2-RNA nachweisen lässt, ist bezüglich der aktuellen Handhabung der PCR-Tests hochproblematisch. Es werden demnach viele Menschen positiv auf SARS-CoV2 getestet, die längst nicht mehr ansteckend sind. Entsprechend unnötige Quarantäne- und lockdown-Maßnahmen sind die Folge!

 

 

 

 

 

Dexamethason bei Covid-19

Aufgrund von Patientenanfragen betreffs einer Therapie mit Dexamethason stelle ich die vorläufigen Ergebnisse der RECOVERY-Studie der Universität Oxford vor. Sie wurden am 16.06.2020 via Pressemitteilung und am 22.06.2020 in den Preprint-Server eingestellt. Das Peer-Review steht noch aus. Die Gesamtmortalität lag unter Dexamethason 3% niedriger als unter der üblichen Standardtherapie. Am meisten haben die Patienten profitiert, welche invasiv beatmet waren (Sterblichkeit 29% vs 41%). Bei Patienten unter Sauerstofftherapie kam es ebenfalls zu einer Senkung der Sterblichkeit (21,5% vs 25%). Hingegen nahm die Mortalität bei Erkrankten ohne respiratorische Unterstützung sogar zu (17% vs 13%). Zusammenfassend kann man sagen, dass bei intensivpflichtigen Patienten mit Sauerstoffbedarf oder invasiver Beatmung das Dexamethason eine erfolgversprechende Therapie darstellen kann. Patienten, die nicht beatmet sind und keinen Sauerstoff benötigen, sollten nicht mit diesem Medikament behandelt werden! Im ambulanten Bereich stellt es keine Therapieoption dar!

 

 

Die Diskrepanz zwischen positiv Getesteten und Todesfällen weltweit:

Täglich werden wir überschwemmt mit Nachrichten über eine neue "Rekordinfizierung" in verschiedenen Ländern. Und immer wird nur die Zahl der positiv getesteten Personen genannt. Was nicht genannt wird ist die Tatsache, dass die PCR-Abstriche extrem ansteigen. Wie weiter unten auch mehrfach erklärt, führt dies natürlich zu einem entsprechenden Anstieg der positiven Ergebnisse. Die Todesfälle, welche einen positiven Abstrich hatten, werden ebenfalls nur in absoluten Zahlen genannt. Wenn man die Todesfälle in Relation zu den positiv getesteten Personen betrachtet, fällt einem auf, dass die Kurve der Todesfälle nicht entsprechend den positiv getesteten Fällen ansteigt. Dies kann nur zwei mögliche Erklärungen geben: Zum einen, dass es sich bei SARS-CoV2 um ein deutlich harmloseres Virus handelt, da die Sterblichkeit in Wirklichkeit sehr viel geringer ist, da nun auch die asymptomatischen Virusträger erfasst werden. Oder zum anderen, dass hier die Anzahl der falsch positiven Messungen extrem ansteigen durch das massive Steigern der Messungen.

Wie groß ist die Durchseuchung?

 

Das Institut für Immunologie der Universitätsklinik Zürich (Onur Boyman et al) veröffentliche Ende Mai eine Studie als preprint, die nachwies, dass die üblichen Tests auf Antikörper gegen SARS-CoV2 (IgG und IgM) in Blut höchstens ca. 20% aller Infektionen mit SARS-CoV2 erkennen. Der Grund dafür ist, dass SARS-CoV2 bereits durch auf den Schleimhäuten befindlichen IgA-Antikörper oder durch die zellulär vermittelte Immunantwort durch T-Zellen bereits bekämpft wird und sich daher keine oder nur milde Symptome zeigen. Das hieße allerdings, dass SARS-CoV2 wahrscheinlich viel mehr verbreitet ist als bisher angenommen und daher die Sterblichkeit nochmals deutlich niedriger als die bisher berechnete 0,1% liegt.

 

Eine schwedische preprint-Studie ergab, dass Personen mit milder oder asymptomatischer Erkrankung das Virus oftmals mit T-Zellen neutralisieren, ohne Antikörper ausbilden zu müssen. Die T-Zellen-Immunität war etwa doppelt so häufig wie die Antikörper-Immunität („Robust T cell immunity in convalescent individuals with asymptomatic or mild COVID-19“, Takuya Sekine, 29.06.2020).

 

Eine umfangreiche spanische Studie ergab, dass weniger als 20% der symptomatischen Personen und ca. 2% der getesteten asymptomatischen Personen IgG-Antikörper hatten („Prevalence of SARS-CoV-2 in Spain (ENE-COVID): a nationwide, population-based seroepidemiological study“, Prof Marina Pollán, MD, The Lancet, 06.07.2020).

 

Eine deutsche Studie ergab, dass 81% der Personen, die noch keinen Kontakt mit dem neuen Coronavirus hatten, bereits über kreuzreaktive T-Zellen und damit über eine gewisse Hintergrundimmunität verfügen. Der Grund dafür dürfte der Kontakt mit bisherigen Coronaviren (Erkältungsviren) sein („SARS-CoV-2 T-cell epitopes define heterologous and COVID-19-induced T-cell recognition“, Annika Nelde, 16.06.2020).

 

Eine chinesische Studie ergab, dass bei 40% der asymptomatischen Personen und bei 12.9% der symptomatischen Personen nach der Erholungsphase keine IgG-Antikörper mehr nachweisbar sind(„Clinical and immunological assessment of asymptomatic SARS-CoV-2 infections“, Quan-Xin Long, Nature, 18.06.2020).

 

Eine weitere chinesische preprint-Studie mit knapp 25,000 Klinikmitarbeitern in Wuhan ergab, dass höchstens ein Fünftel der vermutlich infizierten Mitarbeiter IgG-Antikörper aufwiesen („Prevalence of IgG antibodies to SARS-CoV-2 in Wuhan - implications for the ability to produce long-lasting protective antibodies against SARS-CoV-2“, Tao Liu, Sanyun Wu, 16.06.2020).

 

Eine Untersuchung im österreichischen Skiort Ischgl, einem der ersten europäischen “Corona-Hotspots”, fand Antikörper bei 42% der Bevölkerung. 85% der Infektionen blieben “unbemerkt” (d.h. sehr mild), ca. 50% der Infektionen verliefen ganz ohne (spürbare) Symptome. Der hohe Antikörperwert von 42% in Ischgl ergab sich, weil in Ischgl auch auf IgA-Antikörper im Blut getestet wurde (statt nur auf IgM/IgG), und dies relativ zeitnah bereits im April. Wäre zusätzlich auf der mukosalen IgA und auf T-Zellen getestet worden, hätte sich zweifellos eine nochmals deutlich höhere Immunität im Bereich der Herdenimmunität ergeben. In Ischgl kam es zu zwei Corona-Todesfällen (beides vorerkrankte Männer über 80 Jahren), was einer rohen Sterblichkeit von 0.26% entspricht. Angepasst an die Gesamtbevölkerung und die tatsächliche Immunität dürfte die Covid-19-Letalität auch in Ischgl bei unter 0.1% liegen.

 

Michael Mina, Immunologe der Universität Harvard erklärte, dass das von einigen Medien als dramatisch bezeichnete Abfallen der Antikörper-Konzentration nach einer Covid-19-Erkrankung "völlig normal" und "wie im Lehrbuch sei. Der Körper stellt die längerfristige Immunität durch T-Zellen und Gedächtniszellen sicher, die bei Bedarf rasch neue Antikörper erzeugen können. (New York Times, 22.07.2020 "Can You Get Covid-19 Again? It’s Very Unlikely, Experts Say")

 

Aufgrund der eher geringen Letalität fällt Covid-19 höchstens in die Stufe 2 des von den US-Gesundheitsbehörden entwickelten fünfstufigen Pandemie-Plans. Für diese Stufe ist lediglich die “freiwillige Isolierung kranker Personen” als Hauptmaßnahme vorgesehen. Weitergehende Maßnahmen wie Mundschutzpflicht, Schulschließungen, Abstandsregeln, Kontaktverfolgung, Impfungen und Lockdowns ganzer Gesellschaften sind hingegen nicht angezeigt.

 "Pandemic Severity Index" (PSI), 01/2007, Severity level is initially based on case-fatality ratio (CFR):

Category 1, CFR of less than 0.1%

Category 2, CFR 0.1% to 0.5%

Category 3, CFR 0.5% to 1%

Category 4, CFR 1% to 2%

Category 5, CFR 2% or higher

 

Quelle: swprs

 

 

Was läuft hier schief?

 

Ich möchte nun in einer Zusammenfassung einige Dinge im Zusammenhang mit der Corona-Krise verdeutlichen.

Vorneweg einfach mal die Karten der Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen in Deutschland (ARE-Aktivität). Die Karten werden generiert mit den wöchentlichen Daten der AGI-Sentinelpraxen. Sie zeigen die regionale ARE-Aktivität auf Bevölkerungsebene, die im ambulanten Bereich erfasst werden kann. 

links die Saison 2017/18, in der Mitte die Saison 2018/19 und rechts die aktuelle Saison 2019/20

Farblich dargestellt ist die Aktivität von respiratorischen Erkrankungen, rot ist eine hohe Aktivität, blau eine geringe Aktivität, jede einzelne Landkarte steht für einen Monat.

Quelle: Robert-Koch-Institut

 

 

Ein ganz interessanter Abschnitt ist in dem Epidemiolgischen Bulletin 16/2020 von dem Robert-Koch-Institut zu lesen. "...Seit der 13. KW nimmt auch eine randomisierte Stichprobe von etwa 200 GrippeWeb-Teilnehmern an einer mikrobiologischen Überwachung teil (GrippeWeb-Plus), in Analogie zu einer im Jahr 2016 durchgeführten Machbarkeitsstudie. Dabei entnehmen die Teilnehmer bei sich selbst Proben aus der Nase und dem Gaumen und schicken diese an das RKI, wo sie auf 22 verschiedene Erreger, darunter auch SARS-CoV-2, getestet werden. Über GrippeWeb-Plus sind bisher sogenannte Null-Proben (die zu Beginn abgenommen werden) von 138 Teilnehmern eingegangen; in keiner der Proben wurde SARS-CoV2 nachgewiesen. ..."

 

 

 

Nun gehen wir auf einige Begrifflichkeiten ein. Es wird letztlich ja nur noch von „Infizierten“ gesprochen. Hierbei wird kein Unterschied gemacht, ob die Infizierten erkrankt oder komplett ohne Symptome sind. Daher sollte eigentlich besser von „positiv Getesteten“ gesprochen werden. Über die Testqualität des PCR-Abstriches gehe ich ein einer Rubrik weiter unten ausführlich ein.

 

Auch müssen wir uns die Verstorbenen mal besser anschauen: Die Sterberate = Zahl der Gestorbenen : Zahl der Infizierten. Dadurch kommt es zu einer Überschätzung der Sterberate, da die Anzahl der Personen mit positivem Abstrich, nicht die Anzahl der Erkrankten genommen wird. Die Zahl der Gestorbenen umfasst alle zum Zeitpunkt des Todes mit positivem SARS-CoV2-Test, unabhängig von den Umständen des Todes. Hier werden auch infektionsunabhängige Fälle, wie z.B. Verkehrstote, Krebstote oder andere Todesfälle eingerechnet, welche zum Zeitpunkt des Todes zusätzlich einen positiven Abstrich hatten. Dadurch kommt es nochmals zu einer Überschätzung der Sterberate.

 

 

 

In der öffentlichen Darstellung kommt es oft zu einer bewusst dramatischeren Darstellung durch Auswahl von Grafiken ohne Berechnung der Bezugsgröße. So erhält man keinen exponentiellen Anstieg der Infektionskurve, wenn man die Anzahl der durchgeführten Tests mit einbezieht. 

Hier zeigt sich in der unteren Grafik, dass wenn man das Verhältnis zu den durchgeführten Tests berücksichtig keine gefährlich anmutende Kurve entsteht.

 

 

 

Bezüglich den plötzlich auftretenden Hotspot in einem großen Fleischereibetrieb im Juni gibt es ebenfalls viel Unklarheiten: Bei mehr als 1500 Arbeitern eines Fleischereibetriebs in Gütersloh wird ein positiver Abstrich auf SARS-CoV2 gemacht. Davon sind 19 Personen erkrankt, zwei davon schwer. Da wir inzwischen wissen, dass über 80% der Infektionen sehr mild verlaufen, müssten allerdings doch ca. 300 Personen eigentlich merkbar erkrankt sein. Auch sieht man auf der Infektionskurve des RKI nach dem Peak durch Gütersloh keinen weiteren Anstieg an Infektionen. Nun ist es auch bekannt, dass es bei den Tieren sogenannte tierpathogenen Coronaviren gibt, welche keine Erkrankung beim Menschen auslösen. Der verwendete PCR-Abstrich erkennt allerdings diese tierpathogenen Coronaviren fälschlich als SARS-CoV2. Dies wurde von Herrn Prof. Drosten in einem NDR-Podcast auch bestätigt, allerdings mit dem Hinweis, dass diese tierpathogenen Coronaviren in der Bevölkerung nicht aufträten. Dies ist richtig, jedoch treten diese in Schlachthöfen auf. Nun besteht der dringende Verdacht, dass bei diesen Messungen ein hoher Anteil an falsch-positiven Tests vorliegt. Um diesen Verdacht auszuräumen wurde von der unabhängigen Ärzteorganisation „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie e.V.“ angeboten diese 1500 Personen mittels einem anderen PCR-Abstrich, welcher die Unterscheidung tierpathogene Coronaviren und SARS-CoV2 kann, nochmals zu testen. Die dafür anfallenden Kosten würden von der Ärzteorganisation übernommen werden. Denn falls die ganzen Maßnahmen wie der erneute Lockdown aufgrund von falschen Messergebnissen zustande käme, wäre dies eine Katastrophe. Leider wurde weder von Seiten der Landesregierung, der Stadt Gütersloh noch dem Robert-Koch-Institut eine Antwort gegeben. Dieses Angebot wird schlichtweg ignoriert! Warum dieses Angebot nicht angenommen wird ist nicht begreiflich!

 

 

Ist SARS-CoV2 wirklich schlimmer als die Influenza?

 

Man hört in der Regel die folgenden drei Hauptargumente dafür, dass Covid19 deutlich gefährlicher als eine Grippe ist: es ist tödlicher, ansteckender ist und es gibt keinen Impfstoff gibt.

 

Bezüglich dem Argument "tödlicher": Auf die Fehler in der Berechnung bin ich weiter oben ja bereits eingegangen. Durchschnittliche Letalität aller Studien ergibt für SARS-CoV2 einen Wert 0,1-0,2% und liegt somit im Bereich der Influenza! Das Durchschnittsalter aller Verstorbenen mit einer SARS-CoV2-Infektion liegt in den meisten Ländern, auch in Italien, bei über 80 Jahren. In Schweden sogar bei 86 Jahren. Nur bis ca. 4% der Verstorbenen hatten keine ernsthaften Vorerkrankungen. Das Sterbeprofil dieser Patienten entspricht dem der normalen Sterblichkeit und zeigt keine außergewöhnlichen Profile.

  

Bezüglich dem Argument "ansteckender": Die Daten die wir inzwischen haben zeigt, dass SARS-CoV2 nicht wesentlicher ansteckender wie Influenza ist (R-Wert Influenza ca. 2, R-Wert SAR-CoV2 ca 2-2,5). Zum Vergleich ist der R-Wert bei Masern bei 15.

  

Bezüglich dem Argument "fehlender Impfstoff": Richtig. Es gibt noch keinen Impfstoff gegen SARS-CoV2. Die Entwicklung ist in vollem Gange. Über die Wirksamkeit geht man bei dem zu erwartenden Impfstoff von der Wirksamkeit wie bei dem Influenza-Impfstoff aus, da die Coronaviren ebenfalls eine starke Mutationsneigung haben. Der Influenza-Impfstoff ist eine Mischung der in der vorangegangenen Saison häufigsten Influenzastämmen und der Wahrscheinlichkeitsberechnung der Kreuzreaktion gegen das aktuelle Influenzavirus. Die durchschnittliche Impfeffektivität von 2013-2019 lag im Durchschnitt bei 10%! In den Saisonen 2016-2019 bestand sogar ein erhöhtes Risiko bei Personen über 60 Jahren an einer Influenza zu erkranken. Also stellt sich die Frage, ob ein Impfstoff alleine die Wunderwaffe ist.

 

 

 

Aber weshalb ist im Ausland die Situation so viel schlimmer als in Deutschland?

 

Dieser Vergleich wird ständig gebetsmühlenartig wiederholt und ist in der Gesamtbetrachtungsweise nicht möglich. Es müssen immer viele Varianten beachten werden, so hat Deutschland im Vergleich das deutlich bessere Gesundheitswesen und deutlich mehr Kapazitäten für Intensivbetten.

 

Fotos von überlasteten Krankenhäuser im Ausland implizieren die Annahme, dass diese Krankenhäuser in den letzten Jahren nicht überlastet gewesen wären. Hier das Beispiel USA: Tagesspiegel 31.01.2018: „Saisonale Influenza. Grippewelle trifft USA härter als Europa. In Kalifornien werden Patienten in Zelten isoliert, weil dort aggressive Influenzaviren kursieren. Time, 18.01.2018: „Hospitals Overwhelmed by Flu Patients Are Treating Them in Tents“, 21CBS, Dallas, 08.01.2018: „Hospital Overrun By Flu Cases Having To Turn Them Away“

Oder das Beispiel Spanien: El Pais, 14.01.2015: „Colapso en los hospitales. La saturación de las urgencias por la gripe obliga a Sanidad a abrir 150 camas. Los trabajadores culpan de la situación al cierre de plazas y la reducción de personal“, Elmundo, 12.01.2017: „La gripe colapsa los hospitales de media España“. Huffpost, 13.01.2017: „Por qué la gripe significa colapso en los hospitales españoles?“

Oder Italien: Milano corriere, 10.01.2018: „Milano, terapie intensive al collasso per l’influenza: già 48 malati gravi molte operazioni rinviate“.

Oder Frankreich: Spiegel, 11.01.2017: „Grippewelle führt zu Engpässen in Krankenhäusern. Mehr als hundert französische Krankenhäuser haben Probleme, Betten für alle Patienten zu finden. Geplante Operationen könnten verschoben werden. Ursache ist die aktuelle Grippewelle.“

 

Auch hier wird von den Medien der Eindruck erweckt, dass erst durch SARS-CoV2 die Gesundheitssysteme in den anderen Ländern überlastet seien. Dies ist nicht der Fall, vielmehr ist dies ein fast alljährlicher Zustand.

 

Und immer der Vergleich mit Schweden: Schweden hat keinen Lockdown gemacht. Es wird immer wieder auf die in Schweden höhere Anzahl an Verstorbenen mit positivem SARS-CoV2-Test hingewiesen und als Beleg für die Richtigkeit des Lockdowns in Deutschland genannt. Auch hier ist die monokausale Denkweise irreführend. Wenn man die Statistik der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) je Millionen Einwohner in ausgewählten Ländern anschaut, so ist dieses Argument bereits entkräftet, denn z.B. in Belgien, was einen Lockdown durchgeführt hat kommt es zu noch viel mehr Todesfällen. (Quelle: Statista, Stand: 3. Juli 2020) 

In der folgenden Grafik wird die Covid-19-Sterblichkeit in Schweden mit der Covid-19-Sterblichkeit in England verglichen. Auch in diesem Verlauf, vor allem auf die zeitliche Achse gesehen, wird kein Unterschied im Verlauf der SARS-CoV2-Pandemie ersichtlich! Der Beginn des Lockdowns in England (23.03.2020: Ausgangsbeschränkungen, man darf das Haus nur für wichtige Erledigungen und Sport verlassen. Gemeinsamer Sport nur mit Mitglieder des selben Haushaltes. Versammlungen im öffentlichen Raum von mehr als zwei Personen wurde verboten.) ist in die Kurve eingetragen und man erkennt, dass die Kurve den gleichen Verlauf wie die Kurve in Schweden ohne Lockdown nimmt.

 

 

Das primäre Ziel der Maßnahmen war es ja die Krankenhäuser nicht zu überlasten. Diese Ziel hat auch Schweden erreicht! Auch die WHO erkennt inzwischen den Weg Schwedens als vorbildlich an. Michael Ryan WHO, 30.04.2020: „Sweden’s Policy of Individual Responsibility “a Model” for the Rest of World“.

 

 

 

Was war eigentlich das ursprüngliche Ziel Bundesregierung bei der Bekämpfung von SARS-CoV2?

 

Ursprüngliches Ziel: Verhinderung der Überlastung der Krankenhäuser.

Als klar war, dass dies nie der Fall sein wird, wurde das Ziel geändert: Verdopplungszeit über 10 Tage, als dies erreicht war hieß es: Verdopplungszeit über 14 Tage. Als dies erreicht war wurde es auf den Reproduktionsfaktor < 1 geändert. Dieser war bereits < 1 als der Lockdown eingeführt wurde (siehe viel weiter unten). Dann wurde erneut das Ziel geändert: Die Pandemie ist beendet, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht. Hier wurden also ständig die selbst gesteckten Ziele, nach deren Erreichen die Maßnahmen beendet werden können, geändert und die Pandemie aufrecht erhalten.

 

In einem nur für den internen Gebrauch gedachten Strategiepapier des Bundesinnenministeriums (18.03.2020) wird festgelegt, dass die Behörden eine „Schockwirkung“ erzielen müssen, um die Auswirkungen der Corona-Pademie zu verdeutlichen:

 „…4. Schlussfolgerungen für Maßnahmen und offene Kommunikation

4 a. Worst case verdeutlichen!

Wir müssen wegkommen von einer Kommunikation, die auf die Fallsterblichkeitsrate zentriert ist. Bei einer prozentual unerheblich klingenden Fallsterblichkeitsrate, die vor allem die Älteren betrifft, denken sich viele dann unbewusst und uneingestanden: Naja, so werden wir die Alten los, die unsere Wirtschaft nach unten ziehen, wir sind sowieso schon zu viele auf der Erde, und mit ein bisschen Glück erbe ich so schon ein bisschen früher. Diese Mechanismen haben in der Vergangenheit sicher zur Verharmlosung der Epidemie beigetragen. Um die gewünschte Schockwirkung zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden: 1) Viele Schwerkranke werden von ihren Angehörigen ins Krankenhaus gebracht, aber abgewiesen, und sterben qualvoll um Luft ringend zu Hause. Das Ersticken oder nicht genug Luft kriegen ist für jeden Menschen eine Urangst. Die Situation, in der man nichts tun kann, um in Lebensgefahr schwebenden Angehörigen zu helfen, ebenfalls. Die Bilder aus Italien sind verstörend. 2) "Kinder werden kaum unter der Epidemie leiden": Falsch. Kinder werden sich leicht anstecken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen, z.B. bei den Nachbarskindern. Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, Schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann. 3) Folgeschäden: Auch wenn wir bisher nur Berichte über einzelne Fälle haben, zeichnen sie doch ein alarmierendes Bild. Selbst anscheinend Geheilte nach einem milden Verlauf können anscheinend jederzeit Rückfälle erleben, die dann ganz plötzlich tödlich enden, durch Herzinfarkt oder Lungenversagen, weil das Virus unbemerkt den Weg in die Lunge oder das Herz gefunden hat. Dies mögen Einzelfälle sein, werden aber ständig wie ein Damoklesschwert über denjenigen schweben, die einmal infiziert waren. Eine viel häufigere Folge ist monate- und wahrscheinlich jahrelang anhaltende Müdigkeit und reduzierte Lungenkapazität, wie dies schon oft von SARS - Überlebenden berichtet wurde und auch jetzt bei COVID-19 der Fall ist, obwohl die Dauer natürlich noch nicht abgeschätzt werden kann. Außerdem sollte auch historisch argumentiert werden, nach der mathematischen Formel: 2019 = 1919 + 1929…“

  

Hier wird bewusst mit Urängsten gearbeitet und gezielt Angst in der Bevölkerung verbreitet. Den Kindern einzureden, sie seien für den Tod von Angehörigen verantwortlich ist meines Erachtens ethisch in keinem Fall vertretbar und hinterlässt schwere psychische Schäden!

 

 

Ich hoffe ich kann Ihnen durch meine Aufarbeitung ein bisschen von dieser Angst nehmen! 

 

 

 

Von den Schülern und den Schulen!

Ein Thema was mich als Vater zweier schulpflichtiger Kinder natürlich sehr beschäftigt. Die Abbildung links ist aus dem Buch "Das Narrenschiff" von Sebastian Brant aus dem Jahre 1494. Ein wunderbares Buch und immer noch brandaktuell!

Im Folgenden ist eine kleine Auswahl der Hygienevorgaben des Gymnasiums Kenzingen stellvertretend für alle Schulen aufgelistet: „Im Schulgebäude und auf dem Schulgelände ist das Abstandsgebot einzuhalten. Es gilt ein Mindestabstand von 1,50 m. Die Türen der Klassenräume bleiben offen, um eine bessere Durchlüftung zu gewährleisten und zu verhindern, dass sich über die Handkontaktflächen der Türgriffe Infektionen ausbreiten. Maskenpflicht: Vor Unterrichtsbeginn am Morgen, in den großen Pause und nach Unterrichtsschluss gilt im gesamten Schulgebäude die Pflicht, eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen. Praktischer Sportunterricht darf aus Gründen des Infektionsschutzes nicht stattfinden. Im Musikunterricht darf, sofern er stattfindet, nicht gesungen werden. Blasinstrumentedürfen nicht gespielt werden. In den Toiletten besteht eine Zugangsbeschränkung. Maximal drei Schüler*innen dürfen sich gleichzeitig in den Toiletten des Hauptgebäudes aufhalten. In den Toiletten im Altbau und im Atrium sind maximal zwei Schüler*innen zugelassen. In den Toiletten besteht Maskenpflicht. Die Toilettengänge sollten nach Möglichkeit während der Unterrichtsstunden erfolgen, um einen zu großen Andrang in den Pausen zu vermeiden. Während der Pausen muss das Abstandsgebot unbedingt beachtet werden. Wir werden bestimmte Pausenbereiche für den Aufenthalt sperren. Um das Abstandsgebot beachten zu können, sind im Schulgebäude in Teilen Laufwege ausgewiesen (Einbahnstraßensystem). Diese Laufwege müssen eingehalten werden. Auf allen Gängen muss am rechten Rand gelaufen werden. Schüler*innen dürfen nicht nebeneinander laufen. Bei deutlichen Verstößen gegen diese Hygienevorschriften werden Maßnahmen nach §90 SchG ergriffen.“

 

Zahlreiche Studien (z.B. „Characteristics and Outcomes of Children With Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Infection Admitted to US and Canadian Pediatric Intensive Care Units“; Lara S. Shekerdemian et al, JAMA Pediatr. 11.05.2020) haben inzwischen belegt, dass Kinder an Covid19 kaum erkranken und das Virus nicht oder kaum übertragen ("Prevalence of COVID-19 in children in Baden-Württemberg", Uniklinik Ulm / Freiburg / Heidelberg / Tübingen, 16.06.2020), was bereits vom SARS-Ausbruch von 2003 bekannt war („School closure and management practices during coronavirus outbreaks including COVID-19: a rapid systematic review“, Prof Russell M Viner, PhD et al., The Lancet, 06.04.2020). Für die Schließung von Schulen gab es deshalb zu keinem Zeitpunkt einen medizinischen Grund. („Interventions to mitigate early spread of SARS-CoV-2 in Singapore: a modelling study“, Joel R Koo et al, The Lancet, 23.03.2020).

Bei einer britischen preprint-Studie ergab sich, dass bis zu 60% der Kinder und Jungendlichen, sowie etwa 6% der Erwachsenen durch den Kontakt mit den bisherigen Coronaviren, bereits kreuzreaktive Antikörper gegen SARS-CoV2 besitzen. Dies bestätigt erneut die geringe Krankheitsraten bei Kindern und Jugendlichen. („Pre-existing and de novo humoral immunity to SARS-CoV-2 in humans“ Kevin W. Ng, 23.07.2020) 

Dementsprechend registrierten all jene Länder, z.B. Dänemark („Reopening schools in Denmark did not worsen outbreak, data shows“ Reuters), die ihre Schulen bereits im Mai wieder öffneten, keine Zunahme an Infektionsfällen („Back to School? Tracking COVID Cases as Schools Reopen“, Center for global development 29.05.2020). Länder wie Schweden, die ihre Grundschulen ohnehin nie schlossen, hatten damit ebenfalls keine Probleme.

Zu dem Ergebnis, dass sich die Infektionsraten bei Kindern in Schweden – keine Schließung der Grundschulen – und Finnland – mit Schließung der Grundschulen – nicht voneinander unterscheiden ergab eine gemeinsame Auswertung. („Sweden's health agency says open schools did not spur pandemic spread among children“, Reuters, 15.07.2020)

Eine Preprint-Studie des Top-Virologen Drosten („An analysis of SARS-CoV-2 viral load by patient age“, April 2020) argumentierte, die Ansteckungsgefahr durch Kinder sei doch vergleichbar mit Erwachsenen und Schulen sollten deshalb geschlossen bleiben. Mehrere Forscher wiesen jedoch methodische Fehler in der Studie nach. Drosten nahm die Empfehlung bzgl. Schulschließungen daraufhin zurück.

Die Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden machte eine Studie über die Verbreitung des Coronavirus in Kindergärten, Schulen und Familien. Es konnte kein Beleg dafür gefunden werden, dass SARS-CoV2 sich in Schulen besonders schnell verbreitet. Ebenso konnte nicht gezeigt werden, dass es durch Kinder besonders häufig übertragen wird. Der Studienleiter Prof. Dr. Reinhard Berner, Direktor der Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin des Dresdner Universitätsklinikums, sagte am 13.07.2020: „Es ist eher das Gegenteil der Fall. Kinder wirken eher als Bremsklötze der Infektion. Nicht jede Infektion, die bei ihnen ankommt, wird auch weitergegeben.“

In einigen Schulen, beispielsweise in Frankreich und Israel, soll es dennoch zu angeblichen “Corona-Ausbrüchen” gekommen sein („After Reopening Schools, Israel Orders Them To Shut If COVID-19 Cases Are Discovered“; 03.06.2020). Es dürfte sich dort jedoch um Übertragungen von Lehrern auf Schüler handeln, die zu ihrem Leidwesen regelmäßig getestet werden, obschon sie kaum Symptome zeigen und selbst kaum oder gar nicht ansteckend sind.

Der britische Epidemiologe Professor Mark Woolhouse erklärte am 21.07.220 in „The times“, dass es weltweit keinen einzigen bestätigten Fall einer Ansteckung eines Lehrers durch einen Schüle gäbe.

Zum Thema Kawasaki-Krankheit kritisierte die britische Kawasaki Disease Foundation erneut die unseriöse und reißerische Medienberichterstattung. Tatsächlich gebe es bisher keine signifikante Zunahme an Kawasaki-Fällen und keinen belegten Zusammenhang mit Covid-19. Allgemeine entzündliche Reaktionen in einzelnen Kindern seien auch von anderen Vireninfektionen bekannt, die Anzahl der bisher gemeldeten Fälle sei indes äußerst gering.

Auch deutsche medizinische Verbände (Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland) veröffentlichten eine Entwarnung: Covid-19 verlaufe bei nahezu allen Kindern unmerklich oder sehr mild. Schulen und Kitas seien deshalb umgehend und ohne Einschränkungen zu öffnen, d.h. es brauche keine Kleingruppen, Abstandsregeln oder Masken.

(swprs)

 

Diese oben genannten Maßnahmen in den Schulen dienen nicht „zum Schutz der Kinder“ wie so oft angemerkt wird. Es sind vielmehr Auswüchse eines vollkommen sinnentkoppelten Absicherungsdenken: Der Lehrer hat Angst vor Sanktionen durch die Schulleitung, die Schulleitung hat Angst vor Sanktionen durch das Schulamt und dieses hat Angst vor Sanktionen von der Landesregierung. So kann jeder sagen, dass in der Schule nichts passiert sein kann. Und wenn die Kinder sich mittags zum spielen treffen, so ist das außerhalb des Schulbereichs und damit egal!

Doch es ist ein gutes Zeichen, dass die Landesregierung in Baden-Württemberg aufgrund der Ergebnisse der Eltern-Kind Covid-19-Studie der Unikliniken Ulm / Freiburg / Heidelberg / Tübingen ab dem 29.06.2020 den Regelbetrieb in den Grundschulen wieder aufnehmen.

 

Tagesschau 02.07.2020: "Lehrerverbände kritisieren die Corona-Teststrategie der Landesregierung, weil Lehrkräft und Erzieher in Baden-Württemberg nicht regelmäßig getestet werden sollen."

Da die Aussagekraft von Abstrichen bei Gesunden auf SARS-CoV-2 sehr gering ist - in der Rubrik "Warum die Pandemie nie enden wird!" veranschauliche ich dies ausführlich - macht eine regelmäßige Testung von asymptomatischen Lehrern und Schülern überhaupt keinen Sinn. Bei einem positiven Vorhersagewert eines solchen Testes von weniger als 15% ist dies wissenschaftlich nicht vertretbar. Es würden zu viele falsch positive Test erzeugt werden mit all den Konsequenzen unnötiger Schulschließungen und Quarantänemaßnahmen. Ich hoffe, dass die Mathelehrer diesen Sachverhalt ihren Lehrerverbänden erklären können.

 

 

 

Warum die Pandemie nie enden wird!

 

Wie ich bereits weiter unten schon ausgeführt habe wird die PCR-Testung auf SARS-CoV-2 deutlich ausgeweitet. Inzwischen werden Reihentestungen in z.B. Altersheimen (Bewohner und Angestellte), sowie Abstriche von klinisch gesunden Personen durchgeführt. Dennoch bleibt die Anzahl der positiven Test auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Problematik mit der Testung ist ein stochastisches. Bei einer hohen Anzahl von Infektionen bringt der Test eine hohe Aussagekraft. Allerdings bei einer geringen Anzahl von Infektionen, wie es seit einiger Zeit besteht, kommt eine starke Ungenauigkeit heraus. Um dies zu erklären muss man zunächst ein paar Begriffe erklären. Die Sensitivität gibt an, wieviel Prozent der Erkrankten richtig erkannt werden. Sie ist der Quotient aus richtig positiven Tests und der Summe aus richtig positiven und falsch negativen Tests. Die Spezifität gibt an, wieviel Prozent der Gesunden auch als gesund erkannt werden. Sie wird definiert als der Quotient aus richtig negativen Tests und der Summe aus falsch positiven und richtig negativen Testergebnissen – also allen Testergebnissen, denen tatsächlich keine Erkrankung zugrunde lag. Der positive prädiktive Wert oder positive Vorhersagewert gibt an, wie viele Personen, bei denen eine bestimmte Krankheit mittels eines Testverfahrens festgestellt wurde, auch tatsächlich krank sind. Der negative prädiktive Wert oder negative Vorhersagewert gibt an, wie viele Personen, bei denen eine bestimmte Krankheit mittels eines Testverfahrens nicht festgestellt wurden, auch tatsächlich gesund sind. Dies kann man in einer Vierfeldertafel veranschaulichen.

 

Bezüglich dem PCR-Test auf SARS-CoV-2 sind verschiedene Angaben über die Spezifität im Umlauf. Correctiv als gemeinnütziges Recherchezentrum hat sich dieser Frage angenommen und berichtet, dass die Spezifität sicher im Bereich von >95/98% liegen (Alexander Dalpke, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Technischen Universität Dresden) bzw. im niedrigen Virusbereich erkrankte Patienten zu 95%, bei höheren Virus-Konzentrationen liegt die Sensitivität bei annähernd 100% (Corinne Klett vom Zentralinstitut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin des Klinikums Stuttgart).

 

Wenn man nun das Rechenbeispiel von Samuel Eckert was das aktuelle Szenario gut beschreibt durchführt, ergibt sich Folgendes: Unter der Berücksichtigung der bis heute durchgeführten PCR-Tests mit ca. 4,6 Millionen und der vom RKI angegebene Anzahl der bisher Infizierten, kommt man auf eine Durchseuchung der Bevölkerung von ca. 0,6%. Wenn man dann eine Sensitivität von 97,5% und eine Spezifität von 96,5% wie von Correctiv ermittelt annimmt ergibt sich folgende Vierfeldertafel: 

 

Dadurch ergibt sich einen positiv prädiktiver Wert (PPV) von 14,39%! Das heißt, dass in fast 85% der Fälle der Test falsch liegt! Das liegt daran, dass die Durchseuchung in der Bevölkerung mit 0,6% sehr gering ist. In Zukunft ist damit zu rechnen, dass die Infektionszahl weiter fällt und wenn die Tests zudem noch ausgeweitet werden wird die Aussagekraft noch weiter fallen. Das heißt aber auch, dass es immer einen Nachweis von SARS-CoV-2 geben wird und die Pandemie daher nie enden kann. Es handelt sich hierbei um eine klassische Laborpandemie!

Mich würde es allerdings auch nicht wundern wenn die Stochastik und Mathematik nun von offizieller Seite auch zu den Verschwörungstherorien gezählt werden.

 

 

 

 

Das Präventionsparadox - Umgedeutet im Sinne der Coronakrise

Der Begriff Präventionsparadox wird aktuell in der Diskussion um die getroffenen Maßnahmen in der Coronakrise sehr häufig benutzt, um Kritiker dieser Maßnahmen zu widerlegen. Die Definition des Begriffes durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung  (18.04.2018) ist Folgende: 

„Das sogenannte Präventionsparadox wurde Anfang der 1980er Jahre vom britischen Epidemiologen Geoffrey Rose am Beispiel der koronaren Herzkrankheiten beschrieben. Es stellt ein grundlegendes Dilemma der bevölkerungs- und risikogruppenbezogenen Prävention und Krankheitsprävention dar. Seine Kernaussage ist: Eine präventive Maßnahme, die für Bevölkerung und Gemeinschaften einen hohen Nutzen bringt, bringt dem einzelnen Menschen oft nur wenig - und umgekehrt.“ 

Wenn man allerdings die Definition bei Wikipedia anschaut liest man: „Besonders während der Covid-19-Pandemie von 2019 und 2020 wurde der Begriff „Präventionsparadoxon“ benutzt, um die paradoxe Situation zu beschreiben, dass Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung der Pandemie angezweifelt wurden, mit der Begründung, eine prophezeite Ausbreitung des Virus habe nicht stattgefunden, obwohl die Präventionsmaßnahmen diese Ausbreitung verhinderten.“ Diese Definition wurde am 09.06.2020 durch den User „Grim“ durchgeführt. Auf seinem Profilbild findet man folgendes Zitat: „Empörung ist das Gefallen der Dummen“. Als Quelle für seine Definition gibt er einen Focus-online-Artikel (02.05.2020) an: „Präventions-Paradox: Drosten schickt Warnung an alle Lockdown-Kritiker. …Die Intensivstationen deutscher Krankenhäuser sind nicht einmal halb gefüllt. Das löst bei vielen Menschen das Gefühl aus, das Virus sei nicht so schlimm, Maßnahmen wie der Lockdown sinnlos. Virologe Drosten erklärt, warum diese Menschen falsch liegen. Dahinter steckt das „Präventions-Paradox“....“ Es wird in diesem Artikel gesagt, dass es so ist, allerdings fehlen jegliche Argumente oder Belege in diesem Artikel!

Hier wird der Begriff Präventionsparadox umgedeutet und dafür verwendet, um die Maßnahmen in der Coronakrise zu rechtfertigen. Dafür ist der Begriff allerdings nicht gedacht. Jede Maßnahme muss immer auch kritisch überprüft werden, zumal auch ein Schaden durch die Maßnahmen entstehen kann. Die Schlussfolgerung, da es in Deutschland z.B. weniger Tote gibt, obwohl es hätten mehr sein können und deswegen die Maßnahmen berechtigt sind, ist wissenschaftlich nicht haltbar, da der Beweis der Kausalität nicht erbracht wurde. Als Beispiel zum Vergleich: Man geht von einem deutlichen Anstieg der Überfälle aus, daher beschließt man eine Ausgangssperre ab 19:00 Uhr. Der Anstieg der Überfälle bleibt aus. Ist die Ausgangssperre dafür verantwortlich? Kann sein, kann aber auch nicht sein! Es bestehen viele Variablen und bei einem solchen monokausalem Denken kann die Antwort nicht gegeben werden.

 

 

Als Lösung des Präventionsparadoxes empfiehlt die WHO seit Anfang der 2000er Jahre eine „richtige Balance“ zwischen Bevölkerungs- und Teilpopulationsstrategie (BS) und Hoch-Risiko-Strategie (HRS). Die BS wird differenziert umgesetzt unter Berücksichtigung epidemiologischer und sozialökologischer Mediatorvariablen (z.B. Alter, Geschlecht, sozialer Status und Bildungsstatus, Lebensweise, Gesundheitsverhalten, präventivmedizinischer Risikostatus). Das Krankheitsrisiko einer oder eines Einzelnen steht nicht im Mittelpunkt. Primär ist die Intervention gegen gesicherte Ursachen, Vorläufer und Risikofaktoren von Krankheitsinzidenzen bei möglichst vielen Menschen. Maßnahmen der BS müssen für jeden gelten und anwendbar sein, und sie sollten ohne schädliche Nebenwirkungen sein. Die HRS hingegen beinhaltet das Suchen und die gezielte Behandlung von Risikoträgern und -trägerinnen bzw. Patientinnen und Patienten mit hohem Risiko. Solche Personen machen nur einen geringen Prozentsatz aus, profitieren aber aufgrund ihres hohen absoluten Risikos sehr stark von auch aufwendigen präventiven Maßnahmen. Eine absolute Gegenüberstellung der Idealtypen (BS vs. HRS) erscheint nicht sinnvoll. Nützlicher ist die Annahme eines Kontinuums, in dem Zwischenstufen zwischen beiden Extremen bestehen - in Abhängigkeit vom jeweiligen Krankheitsrisiko. Daher ist es mittlerweile üblich, im HRS-Ansatz zwischen einer Risikogruppenstrategie und einer Hochrisikopersonenstrategie zu differenzieren (siehe Abbildung). (BzgA)

Das bedeutet, je universeller die Maßnahmen sind, desto höher ist die Interferenz mit Nichtbetroffenen und desto geringer ist die Akzeptanz. In der Umkehr, je indizierter die Maßnahmen sind, desto weniger Interferenz mit Nichtbetroffenen besteht und desto höher ist die Akzeptanz auch der Betroffenen.

 

Dr. Maria van Kerkhove, Technische Leiterin der MERS-CoV-Abteilung bei der WHO in Genf sagte in einem Interview am 08.06.2020, dass asymptomatische Personen selten die Erkrankung auf andere Personen übertragen. (“From the data we have, it still seems to be rare that an asymptomatic person actually transmits onward to a secondary individual.“). Am 09.06.2020 rudert sie allerdings zurück mit der Aussage, dass asymptomatische Ausbreitung eine sehr komplexe Fragestellung ist und noch viel unbekannt ist. („Asymptomatic spread is a really complex question and much is still unknown.“). Der Praxisalltag bestätigt jedoch die Aussage vom 08.06.2020. In Bezug auf die Lösungsmöglichkeiten des Präventionsparadox würde eine Hochrisikopersonenstrategie zu überlegen sein.

 

 

Wann ist die Pandemie zu Ende?

Der Koalitionsausschuss der Bundesregierung hat am 3. Juni 2020 in seinem Schreiben „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“ unter Punkt 53 festgelegt: „Die Corona-Pandemie endet, wenn ein Impfstoff für die Bevölkerung zur Verfügung steht.“

 

Zunächst einmal zur Definition einer Pandemie: "Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie. Dabei tritt eine Infektionskrankheit über einen begrenzten Zeitraum stark gehäuft auf. Während eine Epidemie sich auf einzelnen Regionen beschränkt, breitet sich eine Pandemie über Ländergrenzen und Kontinente hinweg aus." Im April 2009 hat die WHO im Rahmen der Schweinegrippe die Definition der Pandemie abgeschwächt und die Passage, in der eine "beträchtliche Zahl von Toten" vorausgesetzt wird, weggelassen. Dies hatte damals für starke Kritik gesorgt, da bei der Ausarbeitung Experten beteiligt waren, welche einen Interessenskonflikt mit der Pharmaindustrie hatten (arznei-telegramm 2010; 41: 59-60).

 

Doch wann ist eine Pandemie zu Ende?

Eine Pandemie zu beenden kann auf drei Weisen erreicht werden: 

1) Es besteht eine Herdenimmunität in der Bevölkerung durch Durchseuchung.

2) Das Virus stellt seine Reproduktion ein durch veränderte Umweltbedingungen.

3) Es wird ein Impfstoff entwickelt, der vor Neuansteckung schützt.

 

Zum Punkt der Herdenimmunität hat Herr Prof. Drosten am 06.03.2020 gesagt: „Bei einer Gesamtbevölkerung von 83 Millionen wären zwei Drittel fast 56 Millionen Menschen, die sich infizieren müssten, um die Ausbreitung zu stoppen. Bei einer Mortalität von 0,5 Prozent wäre in dem Fall mit 278.000 Corona-Todesopfern zu rechnen“. Allerdings schränkt er seine Aussage ein, da dabei der Zeitfaktor nicht berücksichtigt sei.

Wenn man die aktuelle Anzahl der Todesfälle in diesem Jahr auf etwa 10 000 extrapoliert und eine jährliche gleichbleibende Virusaktiviät voraussetzten würde, dann wären mehr als 27 Jahre notwendig, um auf diese Todesziffer zu kommen!

07.06.2020 Prof. Streeck: „Es besteht eine Chance, dass wir über den Sommer die Anzahl der Personen mit Teilimmunität erhöhen können.“

 

Zum Punkt 2) stelle ich die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts ein:

Am 07.06.2020: Covid-19-Fälle: 183 979, Covid-19-Todesfälle: 8 668, Covid-19-Genesene: 169 100. Damit befinden sich am 07.06.2020 in Deutschland infizierte Personen: 6 211 (0,0075% der Gesamtbevölkerung)!

Quelle: Robert-Koch-Institut, Covid-19-Dashboard

 

Der Kurvenverlauf der Covid-19-Erkrankungsfälle zeigt einen typischen, mit anderen Infektionserkrankungen vergleichbaren, Verlauf. Alle Daten weisen daraufhin, dass die Infektionswelle am auslaufen ist.

 

Damit stellt sich die Frage, ob ein Impfstoff überhaupt notwendig sein wird, wenn sich die Pandemie bereits durch den natürlichen Verlauf beendet hat. Die von der Bundesregierung erlassene Definition zum Pandemieende ignoriert die beiden anderen wichtigen Möglichkeiten zu einer Pandemiebeendigung.

 

In der links stehenden Abbildung aus dem Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts erkennt man, dass auch durch das Steigern der Abstriche auf SARS-CoV-2 bis einschließlich Kalenderwoche 18 (27.04. bis 03.05.2020) der Anteil der postiven Abstriche prozentual absinkt. In den bisher noch nicht veröffentlichten aktuellen Zahlen ist, trotz weiterer Ausdehnung der Abstriche (Reihenabstriche in Altersheimen etc.) nochmals ein deutliches Absinken der anteiligen positiven Testergebnissen zu verzeichnen.

Auch dies ist ein deutlicher Hinweis auf ein Auslaufen der Infektionswelle. 

Zudem zeigen die Ergebnisse, dass über 80% der Infektionen asymptomatisch verlaufen, d.h. dass die Patienten keine oder kaum Beschwerden haben. Allen Anschein nach wird es die erste Pandemie der Weltgeschichte sein, die erst durch einen Impfstoff für ein Virus welches dann schon gar nicht mehr in relevanter Anzahl vorhanden sein wird, beendet wird.

 

 

 

MASKENPFLICHT!

 

Es gilt nun die allgemeine Maskenpflicht beim Einkaufen, im öffentlichen Nahverkehr und überall wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann! 

 

Michael Ryan, WHO-Nothilfedirektor (31.03.2020): "Unser Rat: wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist!" 

 

Prof. Dr. F. Montgomery, Weltärztepräsident (23.04.2020): "Ich trage selber eine Maske aus Höflichkeit und Solidarität, halte eine gesetzliche Pflicht aber für falsch! ... Wer eine Maske trägt, wähnt sich sicher, er vergisst den allein entscheidenden Mindestabstand .... Aber was will man gegen dem Überbietungswettbewerb föderaler Landespolitiker mit rationalen Argumenten tun?"

 

American Medical Association (27.05.2020): "Gesichtsmasken sollten nicht von gesunden Personen getragen werden, um sich vor Atemwegsinfektionen zu schützen, da es keine Belege dafür gibt, dass Gesichtsmasken, die von gesunden Personen getragen werden, wirksam vor Krankheiten schützen können."

 

Eine ländervergleichende Untersuchung der Universität von East Anglia kam zum Ergebnis, dass eine Maskenpflicht keinen Nutzen brachte und das Infektionsrisiko sogar erhöhen könnte. „Impact of non-pharmaceutical interventions against COVID-19 in Europe: a quasi-experimental study“ (01.05.2020)

 

Eine Studie vom April 2020 in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine kam zum Ergebnis, dass weder Stoffmasken noch chirurgische Masken die Verbreitung des Covid19-Virus durch Husten verhindern können. „Effectiveness of Surgical and Cotton Masks in Blocking SARS–CoV-2: A Controlled Comparison in 4 Patients“ (06.04.2020)

 

Ein Artikel im New England Journal of Medicine vom Mai 2020 kommt ebenfalls zum Ergebnis, dass Atemschutzmasken im Alltag keinen oder kaum Schutz bieten. Der Ruf nach einer Maskenpflicht sei ein “irrationaler Angstreflex”. „Universal Masking in Hospitals in the Covid-19 Era“ (21.05.2020)

 

Eine Studie aus Deutschland zeigte, dass es nach der Einführung von Masken in der Stadt Jena zu einer deutlichen Reduktion an Infektionen führt, doch Jena führte zeitgleich sehr strenge Quarantänevorschriften ein. In den anderen verglichenen Städten und Regionen war dieser Effekt nicht zu beobachten. „Face Masks Considerably Reduce COVID-19 Cases in Germany: A Synthetic Control Method Approach“ (06/2020) (siehe Grafik aus der genannten Studien entnommen).

 

Doch leider wird nur das Teilergebnis aus Jena in den Medien erwähnt:

 

Tagesschau (08.06.2020): „Coronavirus: Studie bestätigt Schutzwirkung von Masken“

 

SWR (08.06.2020): „Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes trägt einer Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zufolge deutlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei. Bei der Studie wurden die Infektionszahlen in Jena mit denen in anderen Städten verglichen.“

 

aerzteblatt (08.06.2020): „COVID-19: Jena hat durch frühe Maskenpflicht viele Infektionen vermieden“

 

Dies sind wieder schöne Beispiele, wie man mit der Nennung eines Teilaspektes unter Weglassen des Rests, welchen diesen Teilaspekt widerlegt, ein falsches Bild in der Öffentlichkeit erzeugen kann. (Siehe auch ganz unten bei "Übersterblichkeit durch Corona?")

 

 

Selbstverständlich halten wir uns an die gesetzlichen Vorgaben, ob sie nun Sinn machen oder nicht! Daher weisen wir Sie als Patient darauf hin, dass Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen sollen, wenn Sie in unsere Praxis kommen - sofern es Ihr Gesundheitszustand zulässt!

 

Weiter unten bei der Rubrik "Coronavirus" gehe ich nochmals ausführlich und objektiv auf das Thema Mundschutz ein.

 

 

 

Diskussion oder Diffamierung: der Umgang mit anderen Meinungen.

 

"Ich bin selbst medizinischer Laie. Trotzdem traue ich mich, zu behaupten, dass unter den Gesichtspunkten des Virenschutzes der vielleicht manchmal unbequeme und lästige Mundschutz empfehlenswerter ist, als der Aluhut", so Bundespräsident Steinmeier am 15.05.2020 in Bezug nehmend auf die immer größer werdenden Demonstrationen gegen die von der Bundesregierung durchgeführten Maßnahmen.

 

Dies ist auch ein Beispiel für die zunehmende Polarisierung der Debatte um das SARS-CoV2. Die Wörter „Fake News“ und „Verschwörungstherorie“ werden in diesem Zusammenhang oft genannt. So werden auch renommierte Wissenschaftler, vornehmlich von den öffentlich-rechtlichen Medien, als „Verschwörungstheroretiker“ bezeichnet. So z.B. auch Herr Prof. Dr. S. Bhakdi, ein international anerkannter Mikrobiologe und Infektionsepidemiologe, als er im März darlegte, dass SARS-CoV2 nicht in dem Maße gefährlich ist, wie es bisher angenommen wurde.

 

Als Verschwörungstheorie wird laut wikipedia im weitesten Sinne der Versuch bezeichnet, einen Zustand, ein Ereignis oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken einer meist kleinen Gruppe von Akteuren zu einem meist illegalen oder illegitimen Zweck.

 

Wenn also z.B. behauptet wird, dass SARS-CoV2 als biologische Waffe in China entwickelt wurde, so ist dies eine Verschwörungstheorie, da sie sich auf Gerüchte bezieht und die Fakten, wie z.B. dass SARS-CoV2 als Biowaffe nicht besonders gefährlich wäre, dagegen sprechen.

 

Wenn man allerdings die Meinungen, die durch wissenschaftliche Arbeit und Expertise entstanden sind, aber von der offiziellen Meinung abweichen, generell als Verschwörungstheorie ablehnt und als falsch bezeichnet, verhindert es letztlich die gesamte Wahrheit über SARS-CoV2 zu entdecken. So ist es häufig, dass Texte, die eine solche andere Meinung als Verschwörungstheorie entlarven sollen, völlig ohne Argumente sind. Um die eigene, für richtig empfundene Meinung über die andere Meinung zu stellen und man keine Fakten und Argumente dagegen hat, wird die andere Meinung abgewertet, indem man sie als Fake News oder Verschwörungstheorie bezeichnet. Wissenschaft lebt aber von dem Prinzip These und Antithese! Was passiert, wenn wir alle uns nach der ausgegebenen Maxime richten, dass die offizielle Meinung seriös und die andere unseriös ist, so wie die Bundeskanzlerin Frau Merkel am 18.03.2020 in ihrer Ansprache sagte: „Glauben Sie keinen Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen, die wir immer auch in vielen Sprachen übersetzen lassen.“? 

 

Nur durch das vorurteilsfreie wissenschaftliche Diskutieren der verschiedenen Ergebnissen ist die Wahrheitsfindung möglich. Der Blickwinkel eines Virologen aus dem Labor mit mathematischen Berechnungen muss zusammen mit der klinischen Erfahrung der anderen Fachgruppen und deren Spezialisten erweitert werden, damit man das Gesamte erkenne kann.

 

Ich zitiere im Folgenden - und lasse dies unkommentiert zur eigenen Meinungsbildung wirken - Herrn Prof. Dr. C. Drosten (NDR-Pocast, 12.05.2020):

„…Dass da sich irgendwo so ein Professor hinstellt in die Öffentlichkeit, ich bin auch Professor und ich würde mich nie trauen irgendwelche Dinge an die Öffentlichkeit zu geben, die auch noch so viel Meinung beinhalten wie z.B. über Bakterien. Ich bin Virologe und ich würde mich nie äußern zu einem bakteriologischen Thema… und es geht ja noch viel weiter: ich würde mich auch nicht trauen innerhalb der Virologie mich in dieser Breite und in dieser Meinungsstärke zu äußern zu einem anderen Virus, als an dem Virus an dem ich hier arbeite. Man kann die Literatur und man kann die Fachkenntnis in diesem Gebiet nicht kennen, wenn man nicht absoluter Spezialist ist und das ist der einzige Grund warum ich als Person überhaupt in der Öffentlichkeit stehe, nicht weil ich besonders schlau bin, oder weil ich besonders gut reden kann, oder irgendetwas, sondern weil ich als Spezialist an genau diesen Viren arbeite. Und was ich höre zum Teil auch eben von scheinbaren Fachleuten, die sind sicherlich auch Fachleute auf ihrem eigenen Forschungsgebiet, oder waren es zum Teil während sie noch berufstätig waren, das entbehrt einfach jeder Grundlage. Das sind Allgemeinplätze, die nicht über eine oberflächliche Kenntnis von Studentenlehrbuchwissen hinausgehen und mit dieser Wissensbasis posaunt man dann Videos in die Öffentlichkeit und stärkt den wirklich gefährlichen Verschwörungstheoretikern, an die auch zum Teil politische Agenten haben, den Rücken. Das ist unverantwortlich…“

„…Da muss man aber dann auch nochmal ganz genau hinschauen: wie hat er sich dann spezialisiert, was hat er eigentlich in der Vergangenheit genau zu diesem Thema schon veröffentlicht, schon gearbeitet, gibt es irgendeinen Hinweis, dass die Fachcommunity in Deutschland oder international diese Person als Experten respektiert. Und wenn das nicht der Fall ist, dann sollte man davon einfach die Finger lassen und nicht seine Zeit verschwenden eine viertel Stunde, oder eine halbe Stunde in ein youtube-video zu investieren, dass voller irreführender Meinungen ist und nicht auf wissenschaftlicher Kenntnis basiert….“

Bezüglich Herrn Prof. Dr. K. Lauterbauch, der 1998 Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie (IGKE) an der Universität Köln wurde, wo er aufgrund seines Bundestagsmandat seit 2005 beurlaubt ist, sagt Herr Drosten in den selben Podcast dann allerdings: „… Herr Lauterbach ist jemand der gilt ja als SPD-Medizinexperte und er liest einfach auch wirklich viel. Was er so in den sozialen Medien von sich gibt, das ist einfach Stand der Dinge, das muss man einfach sagen. Der kennt sich aus und ist von seiner Grundausbildung Epidemiologe und da ist es erst mal egal, ob irgendjemand findet, dass er zu viel in Talkshows sitzt. Der geht in die Öffentlichkeit und informiert mit richtigen Inhalten….“

 

 

 

 

 

CORONAVIRUS!

Es ist wichtig sich als Patient und Angehöriger zu informieren. Das Wichtigste dabei ist sich seine eigene Meinung zu bilden. Um sich in der Flut von Beiträgen von Experten und solchen die es gerne sein würden besser zurechtzufinden, liste ich hier die Namen von wirklichen Experten auf.

Das Handeln der Bundesregierung wird hauptsächlich von

Herrn Prof. Dr. L. H. Wieler (Veterinärmediziner und Fachtierarzt für Mikrobiologie, Präsident des Robert-Koch-Instituts) und

Herrn Prof. Dr. C. Drosten (Virologe, Institutsdirektor der Charité in Berlin)

beeinflusst. 

Bitte machen Sie sich mit den Einschätzungen dieser beiden Experten vertraut.

 

"Öffentliche Meinung ist etwas, worauf sich hauptsächlich solche Politiker berufen, die keine eigene Meinung haben." -Amintore Fanfani

 

Um sich eine eigene Meinung zu bilden, ist es allerdings auch unbedingt notwendig sich mit weiteren Fachleuten auseinander zu setzen. Hierzu zählen unter anderem:

Prof. Dr. M. Wittkowski (Epidemiologe)

Dr. W. Wodarg (Pneumologe)

Prof. em. Dr. S. Bhakdi (Mikrobiologe, Infektionsepidemiologe)

Prof. Dr. P. Vernazza (Infektiologe)

Prof. Dr. H. Streeck (Virologe, Epidemiologe, Direktor des Virologieforschungsinstituts Uni Bonn)

Dr. B. Schiffmann (HNO-Arzt, Schwindelambulanz Sinsheim)

Prof. Dr. C. Scheller (Virologe, Uni Würzburg)

Prof. Dr. K. Püschel (Rechtsmediziner, Direktor der Hamburger Rechtsmedizin)

Prof. M.T. Osterholm (Epidemiologe, Direktor des Infektionsforschungszentrum, Uni Minnesota)

Prof. Dr. F. U. Montgomery (Radiologe, ehem. Präsident der Bundesärztekammer)

Prof. Dr. K. Mölling (Virologin, Uni Zürich und Max-Planck-Institut)

Prof. Dr. A. Lohse (Infektiologe, Direktor der Infektiologie Uniklinik Hamburg)

Prof. Dr. G. Krause (Epidemiologe)

Dr. C. Köhnlein (Internist)

Prof. D. L. Katz (Arzt, Ernährungswissenschaftler, Direktor des Präventionsforschungszentrum Uni Yale)

Prof. J. P. A. Ioannidis (Arzt, Direktor des Präventionsforschungszentrum Uni Stanford)

Prof. Dr. S. Hockertz (Immunologe, Toxikologe)

Prof. Dr. M. Haditsch (Virologe, Mikrobiologe, Infektionsepidemiologe)

Prof. Dr. P. Goldschmidt (Virologe)

Prof. M. R. Gismondo (Mikrobiologin)

Prof. Dr. Dr. D. v. Wachter (Religionsphilosoph, Direktor der Internat. Akademie für Philosophie, Liechtenstein)

 

 

Im Folgenden habe ich ein paar wichtige Informationen rund um das Coronavirus aufgelistet:

 

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das neuartige Coronavirus (COVID-19) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt durch von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden. Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Symptome gezeigt hatten.

 

Welche Symptome werden durch das Coronavirus ausgelöst?

Vorneweg: Es gibt kein Leitsymptom an dem ich Covid-19 von anderen Infekten wie Influenza oder den banalen Schnupfen unterscheiden kann. Wie andere respiratorische Erreger kann eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall und einen Geschmacksverlust. Die Inkubationszeit beträgt im Mittel 5-6 Tage, kann aber bis zu 14 Tagen dauern. Basierend auf realen Daten wurde geschätzt, dass Patienten bereits 2,5 Tage vor Symptombeginn infektiös waren. Das Ende der infektiösen Periode ist momentan nicht sicher anzugeben. In einer Studie mit neun (!) Patienten wurde die Ausscheidungsdynamik vermehrungsfähiger Viren aus Proben von Rachen und Sputum untersucht. Abstrichproben vom Rachen enthielten vermehrungsfähige Viren bis zum vierten, aus dem Sputum bis zum achten Tag nach Symptombeginn.

 

Demografische Daten und Symptome/Manifestationen COVID-19-Erkrankter in Deutschland (Stand 09.07.2020)

Überblick zu Daten aus Deutschland
Demografie
Geschlechterverhältnis 52 % weiblich
Altersmedian 49 Jahre
Altersverteilung < 10 Jahre: 2,3 %
10-19 Jahre: 4,6 %
20-49 Jahre: 43 %
50-69 Jahre: 31 %
70-89 Jahre: 16 %
≥ 90 Jahre: 2,9 %
Häufig genannte Symptome/Manifestationen
Husten 48 %
Fieber 41 %
Schnupfen 21 %
Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns* 15 %
Pneumonie 3,0 %
Weitere Symptome: Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Somnolenz.

 

* Seit der 17. KW wird für die COVID-19-Fälle auch Geruchs- und Geschmacksverlust als Symptom erfasst. Die deutlich höhere Prozentzahl in Abbildung 1 resultiert vermutlich aus der intensiveren Ermittlung solcher Symptome im Rahmen von Studien im Vergleich zum Meldewesen.

 

Co-Infektionen: Nicht selten leiden COVID-19-Patienten unter weiteren Infektionen: Bei 5–40 % der Patienten kam es zu Co-Infektionen. Häufig nachgewiesene Erreger bei Co-Infektionen waren Mycoplasma pneumoniae, Candida albicans und Aspergillus spp. Zudem wurden in einigen Fällen Superinfektionen mit multiresistenten Bakterien (z. B. Klebsiella pneumoniae und Acinetobacter baumannii) festgestellt. Co-Infektionen waren in einer Studie mit einem schwereren Verlauf assoziiert.

Schwere Verläufe sind eher selten, können aber auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung auftreten und werden auch bei jüngeren Patienten beobachtet. Die folgenden Personengruppen haben, basierend auf der aktuellen Studienlage, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren; 87 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:

    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
    • chronische Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z. B. Cortison.

Atypische Manifestationen, Komplikationen, Folgeerkrankungen

Es wird angenommen, dass etwa 81% der diagnostizierten Personen einen milden, etwa 14% einen schwereren und etwa 5% einen kritischen Krankheitsverlauf zeigen. COVID-19 kann sich in vielfältiger Weise und nicht nur in der Lunge, sondern auch in anderen Organsystemen manifestieren. Die Manifestationsorte sind u. a. von der Dichte der ACE-2 Rezeptoren in den Geweben abhängig, die dem Virus den Eintritt in die Zelle ermöglichen. Neben direkten zytotopathischen Effekten werden überschießende Immunreaktionen sowie Durchblutungsstörungen in Folge einer Hyperkoagulopathie beobachtet. Aufgrund der Neuartigkeit des Krankheitsbildes lassen sich keine zuverlässigen Aussagen zu Langzeitauswirkungen und (irreversiblen) Folgeschäden durch die Erkrankung bzw. ihre Behandlung (z.B. in Folge einer Langzeitbeatmung) treffen.

 

Pulmonale Erkrankungen
SARS-CoV-2 verursacht sehr häufig Atemwegsinfektionen. Meist in der zweiten Krankheitswoche kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein beatmungspflichtiges ARDS fortschreiten kann, das u.U. eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) erforderlich macht.

 

Neurologische Symptome und Erkrankungen
Als neurologische Symptome wurden Kopfschmerzen, Schwindel und andere Beeinträchtigungen beschrieben, die neuroinvasive Eigenschaften des Virus vermuten lassen. Dazu zählen auch neuropsychiatrische Symptome bzw. Krankheitsbilder sowie einzelne Fälle möglicherweise SARS-CoV-2-assoziierter akuter nekrotisierender hämorrhagischer Enzephalopathie und Meningitis. Darüber hinaus sind Fälle eines Guillain-Barré- und Miller-Fisher-Syndroms beschrieben worden.  

 

Gastrointestinale Symptome
Eine COVID-19 Infektion kann mit gastrointestinalen Symptomen (Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Durchfälle) und Leberfunktionsstörungen einhergehen.

 

Herz-Kreislauf-Symptome und Erkrankungen
Eine kardiale Beteiligung ließ sich anhand erhöhter Herzenzyme bzw. Troponin bei einem Teil der Patienten nachweisen, darunter auch Kinder und Patienten mit mildem oder moderatem Verlauf. Insbesondere bei schweren Infektionen der Atemwege erleidet eine Reihe von Patienten kardiovaskuläre Erkrankungen, einschließlich Myokardschädigungen, Myokarditis, akutem Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und venösen thromboembolischen Ereignissen. Die pathologisch erhöhte Blutgerinnung geht bei schweren COVID-19-Verläufen mit einem erhöhten Risiko für Thromboembolien, u. a. in den unteren Extremitäten, sowie Lungenarterien- und zerebrovaskulären Embolien  und möglichen Folgeschäden einher.

 

Nierenerkrankungen
Insbesondere bei schwer erkrankten beatmungspflichtigen COVID-19-Patienten wird das Auftreten von akutem, u.U. dialysepflichtigem, Nierenversagen beobachtet.

 

Dermatologische Manifestationen
Es ist eine relativ große Bandbreite an dermatologischen Manifestationen beschrieben, die jedoch insgesamt selten sind (0,2-1,2%). Dazu zählen juckende, morbilliforme Ausschläge, Papeln, Rötungen und ein Nesselsucht-ähnliches Erscheinungsbild sowie Hautbläschen und Frostbeulen-ähnliche Hautläsionen. In seltenen Fällen sind schwere Durchblutungsstörungen in den Akren bis hin zum Gangrän beschrieben. Das Auftreten dieser Hautmanifestationen wird sowohl am Anfang des Krankheitsverlaufs (noch vor anderen bekannten Symptomen) als auch im späteren Erkrankungsverlauf beobachtet. Da viele der berichteten Hauterscheinungen auch bei anderen Erkrankungen vorkommen, ist derzeit noch unklar, ob bestimmte dermatologische Erkrankungsmuster eine COVID-19 Diagnose erleichtern können.

20.04.2020 beschreibt eine durch die Obduktionen festgestellte generalisierte Entzündung der inneren Gefäßhaut (Endotheliitis) wodurch schwere Störungen der Mikrozirkulation entstehen und den Sauerstoffaustausch vermindert. Dies erklärt auch, warum die Hypertonie als einer der Hauptrisikofaktoren gilt, da durch die Hypertonie- und altersbedingte Schädigung des Endothels dieses wohl anfälliger für eine solche Komplikation sind.

 

Wie tödlich ist Covid-19?

Die Letalität beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der (tatsächlich) erkrankten Fälle. Dazu liegen keine verlässlichen Daten vor, weil die tatsächliche Anzahl erkrankter Menschen unbekannt ist und möglicherweise deutlich höher liegt als die Zahl der gemeldeten Erkrankungsfälle. Wenn tatsächlich die Zahl der erkrankten Fälle um einen Faktor 4,5–11,1 unterschätzt ist, dann beträfe das vermutlich v. a. die Zahl der (leichter) Erkrankten, die nicht durch das Überwachungssystem erfasst werden würden. Damit würde sich auch die (näher an der Wirklichkeit liegende) Letalität vermutlich um einen ähnlichen Faktor senken. (Robert-Koch-Institut)

Ergebnisse von Obduktionen von Covid-19-Verstorbenen geben deutliche Hinweise auf eine nochmals geringere Letalität als bisher angenommen. Das Hauptproblem ist, dass man für einen Virus (hier SARS-CoV-2) eigentlich gar keine Letalität berechnen kann. Eine Letalität kann man berechnen für Erkrankungen wie z.B. eine Pneumonie, da man hier nahezu vollständig alle Erkrankungsfälle erfassen kann und genau berechnen kann wie viele dieser Patienten an dieser Erkrankung versterben. Covid-19 ist die Bezeichnung für Krankheitssymptome bei SARS-CoV-2-positiven Patienten. Da sehr viele der Erkrankungen symptomlos verlaufen, liegen keine verlässlichen Zahlen der Gesamtinfizierten vor. Zudem zeigen die Obduktionen, dass alle Covid-19-Verstorbenen an mindestens einer schweren Grunderkrankung litten. 

Diese Frage wurde bereits weiter oben schon mit aktuellen Zahlen erörtert.

 

Quelle: Robert-Koch-Institut

 

Gefährdung durch ACE-Hemmer und Sartane (AT-II-Blocker)?

Vor einigen Wochen haben Hypothesen für Verunsicherung gesorgt, dass Patienten welche mit einem ACE-Hemmer oder AT-II-Blocker behandelt werden ein erhöhtes Erkrankungsrisiko und einen schlechteren Krankheitsverlauf hätten. Jetzt werden mehrere größere Beobachtungsstudien veröffentlicht die gegen eine Gefährdung durch diese Antihypertensiva sprechen. Es gibt bisher keine Belege für einen schädlichen Effekt dieser Medikamentengruppen.

 

Quelle: arznei-telegramm 2020, Jg. 51, Nr. 5

 

Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?

Wie bei allen Infektionserkrankungen gilt es auf eine möglichst gute Händehygiene zu achten. Sie sollten sich oft die Hände waschen, ganz besonders nach dem husten oder niesen. Generell sollten Sie nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge husten oder niesen. Halten Sie einen ausreichenden Abstand zu Personen (1-2 m) mit Infektzeichen ein und wenn Sie selbst Infektzeichen an sich bemerken, meiden Sie Menschenansammlungen und geben Sie niemandem die Hand. Diese allgemeine Maßnahmen gelten wie gesagt für alle Infektionserkrankungen, insbesondere auch für die Influenza, welche in dem Medienhype um das Coronavirus gänzlich untergeht.

 

Was bringt die Pneumokokkenimpfung?

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon über die Maßen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Die STIKO empfiehlt – unabhängig von der COVID-19-Pandemie - für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Es ist zudem plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Bei Influenza-Erkrankungen sind bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation. Die aktuelle Datenlage ist jedoch unzureichend um einzuschätzen, wie häufig solche Superinfektionen bei COVID-19 Patienten vorkommen.

Aktuell sind Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland nur sehr eingeschränkt verfügbar. In unserer Region ist momentan kein Impfstoff lieferbar! Daher sollten zurzeit prioritär Personen geimpft werden, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben. Prioritär geimpft werden sollen: Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren mit Prevenar 13 oder Synflorix, Personen mit Immundefizienz, Senioren ab 60 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD) mit Pneumovax 23. Oberste Priorität für Senioren und Personen mit chronischen Grunderkrankungen hat im Moment die Kontaktreduzierung (z.B. zu Hause bleiben). Diese schützt nicht nur vor COVID-19, sondern auch vor der Übertragung anderer Infektions­erkrankungen, wie zum Beispiel Pneumokokken-Infektionen. 

 

Ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Allgemeinbevölkerung sinnvoll?

Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit respiratorischen Erregern zu schützen, sind eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen.

Durch einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder bei der gegenwärtigen Knappheit eine textile Barriere im Sinne eines MNS (sogenannte community mask oder Mund-Nasen-Bedeckung) können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz). Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein MNS oder eine Mund-Nasen-Bedeckung einen selbst vor einer Ansteckung durch andere schützt (Eigenschutz). Es ist zu vermuten, dass auch Mund-Nasen-Bedeckungen das Risiko verringern können, andere anzustecken, weil sie die Geschwindigkeit der Tröpfchen, die durch Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, reduzieren können. Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt. Was wissenschaftlich allerdings belegt ist, ist die Tatsache, dass ein MNS für Viren durchlässig ist.

Bei Personen, die an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankt sind, kann das Tragen eines MNS oder einer Mund-Nasen-Bedeckung durch diese Person dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung anderer Personen zu verringern. Nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, bemerkt das auch. In der Regel sind Betroffene bereits mit sehr leichten Symptomen ansteckend. Manche Infizierte erkranken gar nicht (asymptomatische Infektion), könnten den Erreger aber trotzdem ausscheiden. In diesen Fällen könnte das vorsorgliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu beitragen, das Übertragungsrisiko zu vermindern. Deshalb könnte das Tragen Mund-Nasen-Bedeckung durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, z.B. ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch ggf. am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Darüber hinaus könnten Mund-Nasen-Bedeckungen das Bewusstsein für „physical distancing“ und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen. Allerdings fehlt auch hierfür der wissenschaftliche Nachweis.

Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass ein MNS oder die Mund-Nasen-Bedeckung korrekt sitzt (d.h. eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden. Auf keinen Fall sollte das Tragen eines MNS oder einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder Husten- und Niesregeln bzw. die Händehygiene nicht mehr umgesetzt werden. Hinweise zur Handhabung und Pflege von Mund-Nasen-Bedeckungen gibt auch das BfArM. Nicht zu verwechseln mit einfachem Mund-Nasen-Schutz bzw. Mund-Nasen-Bedeckung sind der mehrlagige medizinische (chirurgische) Mund-Nasen-Schutz oder medizinische Atemschutzmasken, z.B. FFP-Masken. Diese sind für den Schutz von medizinischem und pflegerischem Personal essentiell und müssen dieser Gruppe vorbehalten bleiben. Der Schutz von Fachpersonal ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse.

Dem erhofftem Nutzen des MNS stehen die Tatsachen gegenüber, dass es in der Berufsgruppe der VerkäuferInnen in den Supermärkten, wo die gesetzliche Maskenpflicht besonders gilt, keine erhöhtes Auftreten von Covid-19-Fällen gibt. Auch in den muslimischen Ländern, wo komplette Verschleierungspflicht herrscht gibt es keine im Vergleich mit anderen Ländern geringere Häufigkeit von Covid-19!

 

Wann muss ich in Quarantäne?

Eine Quarantäne wird dann behördlich angeordnet, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat:

  • wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose hatte. Ein enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.
  • immer, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.

Bei medizinischem Personal gibt es die Möglichkeit, die Empfehlungen bei Personalmangel anzupassen.

 

Wenn man beispielsweise in den letzten zwei Wochen nur im gleichen Raum mit einem COVID-19-Erkrankten war und keinen engen Kontakt hatte, wird keine Quarantäne angeordnet, da dann ein geringeres Ansteckungsrisiko besteht. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet (Krankenhaus, Altenpflege etc.), sollte aber in jedem Fall seinen Betriebsarzt informieren. Und für alle gilt: tägliche Selbstkontrolle auf Krankheitszeichen.

Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss ebenfalls nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson, hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung und kann auch niemanden anstecken.

 

Quelle: Robert-Koch-Institut

 

Ist eine Krankmeldung auszustellen, wenn der Patient noch keine Krankheitssymptome aufweist, aber der Arbeitgeber ihn prophylaktisch freistellt oder der Patient aus Eigeninitiative prophylaktisch nicht zur Arbeit geht?

Nein. In diesem Fall ist keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen. Für das Ausstellen einer AU-Bescheinigung muss zwingend eine Krankheit vorliegen. Erkrankte Mitarbeitende sollten unbedingt der Arbeit fernbleiben und haben aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung. Bleibt jemand aus Angst vor Ansteckung zuhause, ohne dass dies behördlich angeordnet oder mangels arbeitgeberseitiger Schutzmaßnahmen gerechtfertigt ist, so besteht für diese Zeit mangels Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf Lohn.

Rücksprache mit dem Gesundheitsamt: 

Der Patient, der noch keine Symptome hat, kann sich beim Gesundheitsamt melden und schildern, warum er der Ansicht ist, dass er besser nicht zur Arbeit gehen sollte. Das Gesundheitsamt gibt dann gegebenenfalls die Empfehlung, prophylaktisch vom Arbeitsplatz fernzubleiben. Diese mündliche Empfehlung hat keinerlei rechtsverbindlichen oder anordnenden Charakter. Das Gesundheitsamt stellt in diesem Fall keine Bescheinigung aus. Der Arbeitgeber des betreffenden Patienten, der von dieser Empfehlung des Gesundheitsamtes erfährt, kann dann entscheiden, den Patienten freizustellen. Er zahlt dann das übliche Arbeitsentgelt weiter. Ein Entschädigungs­anspruch nach dem Bundes­infektionsschutz­gesetz besteht in diesem Fall nicht. Hiervon ist die Situation zu entscheiden, die zurzeit deutlich seltener vorkommt: Wenn das zuständige Gesundheitsamt bei entsprechend konkreten Verdachtsfällen ein sogenanntes Tätigkeitsverbot ausspricht (§ 31 Infektionsschutzgesetz), stellt das einen Verwaltungsakt dar, der wiederum bezüglich des Verdienstausfalls Entschädigungsansprüche auslöst (§ 56 Infektionsschutzgesetz).

 

Quelle: KV Baden-Württemberg

 

Bin ich nach einer Infektion immun?

Studien haben gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spezifische Antikörper entwickeln, die gegen das N- oder S-Protein gerichtet sind. Bei der Mehrzahl der Patienten findet diese Serokonversion in der zweiten Woche nach Symptombeginn statt. Erste Studien zu neutralisierenden Antikörpern, die auf eine protektive Immunität hindeuten, zeigen, dass diese am Ende der zweiten Woche nach Symptombeginn nachweisbar sind. Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt noch, wie regelhaft, robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird. Die Erfahrungen mit anderen Coronaviren-Infektionen (SARS und MERS) deuten darauf hin, dass die Immunität bis zu drei Jahre anhalten könnte. Um dies genauer zu bestimmen, sind serologische Längsschnittstudien erforderlich, die die Immunität der Patienten über einen längeren Zeitraum beobachten. Durch Tierversuche an Rhesusaffen, früheren Erkenntnissen zu SARS sowie Plausibilitätsannahmen gehen Experten davon aus, dass genesene Patienten ein nur sehr geringes Reinfektionsrisiko haben.

 

Quelle: Robert-Koch-Institut

 

Kann ich mich auf Antikörper testen lassen, um festzustellen ob ich eine Immunität habe?

Bei den nun vielfach angebotenen Antikörpertests werden, wie der Name schon sagt, nicht das Virus selbst, sondern die vom Körper dagegen produzierte Antikörper gemessen. Es gibt verschiedene Antikörperklassen, die der Körper in verschiedenen Zeitabständen herstellt. Je nach Abnahme des Blutes zur Testung, kann es daher auch zu falsch-negativen Testergebnissen kommen. Das heißt, dass keine Antikörper nachweisbar sind, weil einfach zu früh getestet wurde. Ein weiteres Problem mit diesen Tests ist, dass es hier noch eine Kreuzreaktion mit Antikörper gegen andere Coronaviren gibt und es daher häufig zu falsch-positiven Testergebnissen kommt. Das heißt, dass eine Immunität vorgetäuscht wird, wo keine besteht. Zudem dürfen die Hersteller ihre Tests laut EU-Verordnung noch bis Mai 2022 selbst zertifizieren. Es fehlt daher an allgemein anerkannten Qualitätsstandards und einer Prüfung durch eine unabhängige Stelle. Aufgrund diesen Faktoren empfehle ich im Augenblick nicht eine solche Testung. Auf Wunsch können wir natürlich eine solche Blutentnahme durchführen und in ein entsprechendes Labor einsenden. Die Kosten für die Antikörpertestung werden allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Und das sagt das arznei-telegramm (2020; Jg. 51, Nr.6) dazu: Außerhalb der Forschung haben Tests auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 derzeit nur eine sehr begrenzte Indikation. In bestimmten Situationen können sie bei typischer COVID-19-Symptomatik die Diagnose stützen. Goldstandard ist hier die PCR, die aber im späteren Krankheitsverlauf weniger sensitiv ist. Von der individuellen Testung ohne direkten Bezug auf eine spezifische klinische Symptomatik ist abzuraten. Ob die Infektion bereits (unbemerkt) durchgemacht wurde, können die Tests wegen der hohen Rate falsch-positiver Befunde angesichts der geringen Prävalenz der Erkrankung in Deutschland nicht zuverlässig beantworten. Schnelltests sollten überhaupt nicht verwendet werden.

In einer peer review-Veröffentlichung wurde herausgefunden, dass nur bei 20% aller Covid-19-Erkrankten Antikörper im Blut gefunden werden können und diese mit der Schwere des Krankheitsbilds korrelieren ("Systemic and mucosal antibody secretion specific to SARS-CoV2 during mild versus severe Covid-19", C.  Cervia et al, 21.05.2020).

 

Wie beurteile ich die aktuelle Situation aus der Erfahrung als Landarzt und Notarzt?

In meiner Praxis hatten wir bereits Ende Januar und um die Fasnetszeit ein sehr starkes Aufkommen von Patienten mit respiratorischen Infekten. Retrospektiv waren da sicherlich neben an Grippe erkrankten Patienten auch Covid-19-Patienten dabei. Der Verlauf war durchweg als mild zu verzeichnen, wobei zu diesem Zeitraum hauptsächlich junge Patienten ohne Vorerkrankungen an diesen Infekten erkrankten. Im März kamen dann auch zunehmend ältere Patienten mit chronischen Erkrankungen mit respiratorischen Infekten dazu, wobei die Gesamtzahl der Erkrankten eher rückläufig war. In der Praxis hatten wir auch vereinzelt Patienten mit schwerem, komplikationsträchtiger SARS-CoV-2-Infektion, wobei hier die Grunderkrankungen der Patienten für den Verlauf entscheidend waren. Das soll den Einzelfall nicht bagatellisierend oder despektierlich wirken lassen! In meiner Funktion als Notarzt hatte ich ebenfalls selten Einsätze mit schwerem Verlauf von Covid-19. Diese Patienten hatten sich immer innerhalb kürzester Zeit rapide verschlechtert und ein lebensbedrohliches Bild gezeigt. In der Gesamtzahl waren diese Fälle Gott sei Dank selten. Ab April nahm das Patientenaufkommen mit respiratorischen Infekten und Verdacht auf Covid-19 dann zügig ab, so dass nur noch vereinzelt Patienten damit die Praxis aufsuchen. Wenn man die Patientendynamik mit den letzten Jahren und anderen Infektionswellen vergleicht, so bin ich der Überzeugung, dass die Coronawelle gerade am auslaufen ist. Auch die offiziellen Zahlen und Statistiken geben meiner Einschätzung recht. Die Aussage von Politikern, dass wir uns immer noch am Beginn der Welle befinden, deckt sich nicht mit meiner Erfahrung in der Praxis und im Rettungsdienst. Im Folgenden habe ich eine Grafik abgebildet, die die saisonale Aktivität verschiedener Krankheitserreger aufzeichnet. Darauf ist gut zu erkennen, dass das Coronavirus sich jedes Jahr von Anfang Dezember bis Ende April verbreitet. Dies deckt sich mit dem diesjährigen Verlauf! Durch die Maßnahmen, die von der Regierung durchgeführt wurden, ist davon auszugehen, dass die Coronaviruszeit sich evtl. auch in den Sommer hin verlängert und etwas langsamer ausläuft. Bis ein Impfstoff dann auf den Markt kommt wird die Erkrankungszeit durch das SARS-CoV-2 schon längst beendet sein. Ärztliche Tätigkeit und Wissenschaft sollte immer unabhängig sein. Durch die Tatsache aber, dass sowohl die Charité und das Robert-Koch-Institut Gelder von der Bill-Gates-Stiftung erhält, ist meines Erachtens hier keine Unabhängigkeit mehr gegeben!

Quelle: emedicine.medscape, 30.06.2019
Quelle: emedicine.medscape, 30.06.2019

Die Reproduktionszahl und sind die Maßnahmen der Regierung notwendig und erfolgreich?

Die Reproduktionszahl beschreibt wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Im folgenden Diagramm vom Robert-Koch-Institut sind zum einen die Reproduktionszahl und die Zeitpunkte der einzelnen Maßnahmen der Regierung aufgezeichnet. Am 09.03.2020: Absage aller Großveranstaltungen über 1000 Personen in einzelnen Bundesländern, 16.03.2020: Bund-Länder-Vereinbarung zu Leitlinien gegen die Ausbreitung des Coronavirus, 23.03.2020: Bundesweit umfangreiches Kontaktverbot ("lock down").

Das Abfallen der Reproduktionszahl ab dem 10.03.2020 wird von dem Robert-Koch-Institut folgendermaßen erklärt: "...Die Tatsache, dass die Reproduktionszahl seit Anfang März unter der Basisreproduktionszahl (R0) zwischen 2,4 und 3,3  liegt, ist eine Konsequenz der Maßnahmen, die zur Eindämmung des Virus getroffen wurden. Wichtige Meilensteine sind hierbei die Absage großer Veranstaltungen (> 1.000 Teilnehmer) in verschiedenen Bundesländern vom 9. März, die Bund-Länder-Vereinbarung vom 16. März sowie die Einführung eines bundesweiten Kontaktverbots vom 23. März. Die verschiedenen Maßnahmen ergänzen und verstärken sich gegenseitig...." 

Wenn man die Inkubationszeit von 5-6 Tagen heranzieht, steckt sich die Bevölkerung bis zum 09.03.2020 weiterhin mit SARS-CoV-2 an. Das würde bedeuten, dass die Reproduktionszahl mindestens 5-6 Tage weiter ansteigen, oder zumindest auf dem gleichen Stand bleiben hätte müssen und dann erst abfallen, wenn der erste wichtige Meilenstein eine Wirkung auf die Reproduktionszahl gehabt hätte. Dies ist nicht der Fall! Auf dem Diagramm erkennt man, dass die Maßnahmen keinerlei Auswirkung auf die Reproduktionszahl haben. Man muss daher sich die Frage stellen, ob der "lock down" schließlich wirklich notwendig war, da die Reproduktionszahl zu diesem Zeitpunkt bereits unter 1 lag. Meines Erachtens nicht!

Das RKI berichtet über einen erneuten Anstieg der Reproduktionszahl auf 1,1 am 09.05.2020 nach langsamem Beginn der Lockerungsmaßnahmen. Das bedeutet, dass ein Infizierter wieder mehr als 1 Person ansteckt. In der am 04.05.2020 veröffentlichten Heinsbergstudie von Prof. Dr. H. Streeck der Universität Bonn, wurde das Ansteckungsrisiko von Mitbewohnern eines an Covid-19 Erkrankten in einem 2-Personen-Haushalt mit 44%, einem 3-Personen-Haushalt mit 36% und bei einem 4-Personen-Haushalt mit 18% ermittelt. Dies würde heißen, dass die Reproduktionszahl immer unter 1 ist und steht im direkten Widerspruch zu der geschätzten Reproduktionszahl vom RKI!

Im Oktober 2019 veröffentlichte die WHO das Dokument "Non-pharmaceutical public health measures for mitigating the risk and impact of epidemic and pandemic influenza". Darin untersuchte sie verschiedene Maßnahmen in künftigen Grippe-Epidemien und -Pandemien:

1.  Personenbezogene Schutzmaßnahmen wie Handhygiene, spezielle Nies- und Hustenverhalten und den Einsatz von Schutzmasken.

2.  Umgebungsbezogenen Maßnahmen wie Oberflächenreinigung, den Einsatz von UV-Licht oder Belüftungstechniken.

3.  Social-Distancing-Maßnahmen wie Contact Tracing, Isolation von Kranken und Quarantäne von Riskogruppen, Schul- und Arbeitsplatzschließungen und die Meidung großer Menschenmassen.

4. Reisebezogene Maßnahmen wie Reisewarnungen, Screenings von Flugreisenden, Inlandsreiseverbote und Grenzschließungen.

Dieser Katalog liest sich wie die durchgeführten Maßnahmen der Regierungen bei der SARS-CoV-2-Pandemie.

Tatsächlich kommt die WHO zu dem Ergebnis, dass die Qualität der Belege für die Wirksamkeit fast aller damals untersuchten Maßnahmen als niedrig oder sehr niedrig einzuschätzen ist. Lediglich bei der Handhygiene und Maskennutzung, hauptsächlich im Gesundheitswesen, kommt die WHO zu einem moderaten bis hohen Nutzen.

Demnach berichtet die WHO im Oktober 2019, dass es kaum bis keine verlässlichen Hinweise für die Wirksamkeit des lock downs gibt! Dennoch wurden diese Maßnahmen empfohlen und von den meisten Regierungen strikt durchgeführt.

 

Die wichtigsten Maßnahmen bei Verhinderung der Ausbreitung einer Infektionserkrankung sind die basishygienische Maßnahmen, wie ich bereits oben mehrfach erwähnt habe. Zudem sollten, wie es auch richtig gemacht wurde, Infizierte isoliert und die Risikogruppen besonders geschützt werden.

Meine Feststellung soll in keinster Weise die Erkrankung Covid-19 verharmlosen, sondern sich kritisch zu den getroffenen Maßnahmen äußern. SARS-CoV-2 wie auch Influenza können schwere Erkrankungen hervorrufen, die auch tödlich verlaufen können! Der Vergleich mit SARS-CoV-2 mit einer schweren Influenza ist durchaus gerechtfertigt, wie uns alle Zahlen eindrücklich zeigen. Leider wird eine solche Aussage von Politiker und Medien oft als "Verschwörungstheorie" diffamiert. Ich bin Arzt und kein Politiker und meine Aussagen beziehen sich nur auf die Erkrankung durch SARS-CoV-2. Es handelt sich um meine persönliche Meinung, denn als Facharzt für Allgemeinmedizin und Notfallmedizin bin ich, wie man bei uns landläufig sagt, auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen! Eine politische Bewertung der Vorgänge und Maßnahmen wird von mir nicht vorgenommen.

 

 

Übersterblichkeit durch Corona?

 

27.04.2020 tagesschau: „Corona-Pandemie: Übersterblichkeit deutlich gewachsen“

 

08.05.2020 welt: „Seit Ende März sind wegen der Corona-Epidemie in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Menschen gestorben. Die auffälligsten Anzeichen für eine Übersterblichkeit im Zusammenhang mit Covid-19 gab es bislang vor allem in der zweiten Aprilwoche, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.“

 

08.05.2020 n-tv: „Das Coronavirus sorgt dafür, dass weltweit mehr Menschen als sonst üblich sterben. Diese Annahme bekräftigt nun das Statistische Bundesamt auch für Deutschland.

 

08.05.2020 stern: "Sterbefallzahlen in Deutschland steigen seit Ende März wegen Coronavirus signifikant an. Es ist ein vielgehörtes Argument von Verschwörungstheoretikern: In Deutschland stürben derzeit gar nicht mehr Menschen als während einer normalen Grippesaison. Diese Behauptung ist nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes definitiv falsch."

 

 

Wöchentliche Sterbefallzahlen in Deutschland (Statistisches Bundesamt, 22.05.2020)

 

In dieser offiziellen Grafik des statistischen Bundesamt sieht man die Sterbefallzahl in diesem Jahr als rote Linie im Vergleich mit den vorigen Jahren insgesamt betrachtet als nicht erhöht! Oft wurde in den Medien nur das Zeitintervall ab dem 23.03.2020 abgebildet, wo die rote Kurve die Durchschnittskurve nach oben hin überschritt. Das Weglassen der Zahlen vor diesem Zeitraum ergibt einen verfälschten Gesamteindruck. Die Schlussfolgerung, dass der ab Ende März bestehender Anstieg der Sterbefallzahl mit Covid-19 zusammenhängt, ist aus dieser Kurve nicht abzulesen. Interessant ist, dass ab dem 23.03.2020 der lockdown begann. Heißt das nun, dass der lockdown die Übersterblichkeit verursacht? Auch das kann man natürlich nicht aus der Grafik ablesen! Bei einem solch komplexen, multifaktoriellen Geschehen wie die Sterbefallzahl für einen Faktor die Kausalität herzustellen und ihn als Hauptauslöser zu benennen ist schlichtweg nicht möglich. Dazu benötigt es eine ausführliche wissenschaftliche Aufarbeitung aller Daten. 

 

 

 

 

TERMINSPRECHSTUNDE!

   

Seit dem 01.07.2019 haben wir, aufgrund des stoßweisen hohen Patientenaufkommens, eine Terminsprechstunde eingeführt!

Es gibt Sprechzeiten für planbare Patienten und Sprechzeiten für akute Fälle. In der Sprechstunde für akute Fälle wird ein Termin am gleichen, spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vergeben. Allerdings ist das Zeitfenster hierfür kürzer gehalten wie in der Sprechstunde für planbare Fälle. Wir bitten daher immer um telefonische Anmeldung.

Dadurch sind die teilweise sehr lange Wartezeiten verkürzt worden!

Vielen Dank!