MASKENPFLICHT!

 

Es gilt nun die allgemeine Maskenpflicht beim Einkaufen, im öffentlichen Nahverkehr und überall wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann! 

 

Michael Ryan, WHO-Nothilfedirektor (31.03.2020): "Unser Rat: wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist!" 

 

Prof. Dr. F. Montgomery, Weltärztepräsident (23.04.2020): "Ich trage selber eine Maske aus Höflichkeit und Solidarität, halte eine gesetzliche Pflicht aber für falsch! ... Wer eine Maske trägt, wähnt sich sicher, er vergisst den allein entscheidenden Mindestabstand .... Aber was will man gegen dem Überbietungswettbewerb föderaler Landespolitiker mit rationalen Argumenten tun?"

 

American Medical Association (27.05.2020): "Gesichtsmasken sollten nicht von gesunden Personen getragen werden, um sich vor Atemwegsinfektionen zu schützen, da es keine Belege dafür gibt, dass Gesichtsmasken, die von gesunden Personen getragen werden, wirksam vor Krankheiten schützen können."

 

Selbstverständlich halten wir uns an die gesetzlichen Vorgaben, ob sie nun Sinn machen oder nicht! Daher weisen wir Sie als Patient darauf hin, dass Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen sollen, wenn Sie in unsere Praxis kommen - sofern es Ihr Gesundheitszustand zulässt!

 

Weiter unten bei der Rubrik "Coronavirus" gehe ich nochmals ausführlich und objektiv auf das Thema Mundschutz ein.

 

 

Diskussion oder Diffamierung: der Umgang mit anderen Meinungen.

 

"Ich bin selbst medizinischer Laie. Trotzdem traue ich mich, zu behaupten, dass unter den Gesichtspunkten des Virenschutzes der vielleicht manchmal unbequeme und lästige Mundschutz empfehlenswerter ist, als der Aluhut", so Bundespräsident Steinmeier am 15.05.2020 in Bezug nehmend auf die immer größer werdenden Demonstrationen gegen die von der Bundesregierung durchgeführten Maßnahmen.

 

Dies ist auch ein Beispiel für die zunehmende Polarisierung der Debatte um das SARS-CoV2. Die Wörter „Fake News“ und „Verschwörungstherorie“ werden in diesem Zusammenhang oft genannt. So werden auch renommierte Wissenschaftler, vornehmlich von den öffentlich-rechtlichen Medien, als „Verschwörungstheroretiker“ bezeichnet. So z.B. auch Herr Prof. Dr. S. Bhakdi, ein international anerkannter Mikrobiologe und Infektionsepidemiologe, als er im März darlegte, dass SARS-CoV2 nicht in dem Maße gefährlich ist, wie es bisher angenommen wurde.

 

Als Verschwörungstheorie wird laut wikipedia im weitesten Sinne der Versuch bezeichnet, einen Zustand, ein Ereignis oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken einer meist kleinen Gruppe von Akteuren zu einem meist illegalen oder illegitimen Zweck.

 

Wenn also z.B. behauptet wird, dass SARS-CoV2 als chemische Waffe in China entwickelt wurde, so ist dies eine Verschwörungstheorie, da sie sich auf Gerüchte bezieht und die Fakten, wie z.B. dass SARS-CoV2 als Biowaffe nicht besonders gefährlich wäre, dagegen sprechen.

 

Wenn man allerdings die Meinungen, die durch wissenschaftliche Arbeit und Expertise entstanden sind, aber von der offiziellen Meinung abweichen, generell als Verschwörungstheorie ablehnt und als falsch bezeichnet, verhindert es letztlich die gesamte Wahrheit über SARS-CoV2 zu entdecken. So ist es häufig, dass Texte, die eine solche andere Meinung als Verschwörungstheorie entlarven sollen, völlig ohne Argumente sind. Um die eigene, für richtig empfundene Meinung über die andere Meinung zu stellen und man keine Fakten und Argumente dagegen hat, wird die andere Meinung abgewertet, indem man sie als Fake News oder Verschwörungstheorie bezeichnet. Wissenschaft lebt aber von dem Prinzip These und Antithese! Was passiert, wenn wir alle uns nach der ausgegebenen Maxime richten, dass die offizielle Meinung seriös und die andere unseriös ist, so wie die Bundeskanzlerin Frau Merkel am 18.03.2020 in ihrer Ansprache sagte: „Glauben Sie keinen Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen, die wir immer auch in vielen Sprachen übersetzen lassen.“? 

 

Nur durch das vorurteilsfreie wissenschaftliche Diskutieren der verschiedenen Ergebnissen ist die Wahrheitsfindung möglich. Der Blickwinkel eines Virologen aus dem Labor mit mathematischen Berechnungen muss zusammen mit der klinischen Erfahrung der anderen Fachgruppen und deren Spezialisten erweitert werden, damit man das Gesamte erkenne kann.

 

Ich zitiere im Folgenden - und lasse dies unkommentiert zur eigenen Meinungsbildung wirken - Herrn Prof. Dr. C. Drosten (NDR-Pocast, 12.05.2020):

„…Dass da sich irgendwo so ein Professor hinstellt in die Öffentlichkeit, ich bin auch Professor und ich würde mich nie trauen irgendwelche Dinge an die Öffentlichkeit zu geben, die auch noch so viel Meinung beinhalten wie z.B. über Bakterien. Ich bin Virologe und ich würde mich nie äußern zu einem bakteriologischen Thema… und es geht ja noch viel weiter: ich würde mich auch nicht trauen innerhalb der Virologie mich in dieser Breite und in dieser Meinungsstärke zu äußern zu einem anderen Virus, als an dem Virus an dem ich hier arbeite. Man kann die Literatur und man kann die Fachkenntnis in diesem Gebiet nicht kennen, wenn man nicht absoluter Spezialist ist und das ist der einzige Grund warum ich als Person überhaupt in der Öffentlichkeit stehe, nicht weil ich besonders schlau bin, oder weil ich besonders gut reden kann, oder irgendetwas, sondern weil ich als Spezialist an genau diesen Viren arbeite. Und was ich höre zum Teil auch eben von scheinbaren Fachleuten, die sind sicherlich auch Fachleute auf ihrem eigenen Forschungsgebiet, oder waren es zum Teil während sie noch berufstätig waren, das entbehrt einfach jeder Grundlage. Das sind Allgemeinplätze, die nicht über eine oberflächliche Kenntnis von Studentenlehrbuchwissen hinausgehen und mit dieser Wissensbasis posaunt man dann Videos in die Öffentlichkeit und stärkt den wirklich gefährlichen Verschwörungstheoretikern, an die auch zum Teil politische Agenten haben, den Rücken. Das ist unverantwortlich…“

„…Da muss man aber dann auch nochmal ganz genau hinschauen: wie hat er sich dann spezialisiert, was hat er eigentlich in der Vergangenheit genau zu diesem Thema schon veröffentlicht, schon gearbeitet, gibt es irgendeinen Hinweis, dass die Fachcommunity in Deutschland oder international diese Person als Experten respektiert. Und wenn das nicht der Fall ist, dann sollte man davon einfach die Finger lassen und nicht seine Zeit verschwenden eine viertel Stunde, oder eine halbe Stunde in ein youtube-video zu investieren, dass voller irreführender Meinungen ist und nicht auf wissenschaftlicher Kenntnis basiert….“

Bezüglich Herrn Prof. Dr. K. Lauterbauch, der 1998 Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie (IGKE) an der Universität Köln wurde, wo er aufgrund seines Bundestagsmandat seit 2005 beurlaubt ist, sagt Herr Drosten in den selben Podcast dann allerdings: „… Herr Lauterbach ist jemand der gilt ja als SPD-Medizinexperte und er liest einfach auch wirklich viel. Was er so in den sozialen Medien von sich gibt, das ist einfach Stand der Dinge, das muss man einfach sagen. Der kennt sich aus und ist von seiner Grundausbildung Epidemiologe und da ist es erst mal egal, ob irgendjemand findet, dass er zu viel in Talkshows sitzt. Der geht in die Öffentlichkeit und informiert mit richtigen Inhalten….“

 

 

 

 

 

CORONAVIRUS!

Es ist wichtig sich als Patient und Angehöriger zu informieren. Das Wichtigste dabei ist sich seine eigene Meinung zu bilden. Um sich in der Flut von Beiträgen von Experten und solchen die es gerne sein würden besser zurechtzufinden, liste ich hier die Namen von wirklichen Experten auf.

Das Handeln der Bundesregierung wird hauptsächlich von

Herrn Prof. Dr. L. H. Wieler (Veterinärmediziner und Fachtierarzt für Mikrobiologie, Präsident des Robert-Koch-Instituts) und

Herrn Prof. Dr. C. Drosten (Virologe, Institutsdirektor der Charité in Berlin)

beeinflusst. 

Bitte machen Sie sich mit den Einschätzungen dieser beiden Experten vertraut.

 

"Öffentliche Meinung ist etwas, worauf sich hauptsächlich solche Politiker berufen, die keine eigene Meinung haben." -Amintore Fanfani

 

Um sich eine eigene Meinung zu bilden, ist es allerdings auch unbedingt notwendig sich mit weiteren Fachleuten auseinander zu setzen. Hierzu zählen unter anderem:

Prof. Dr. M. Wittkowski (Epidemiologe)

Dr. W. Wodarg (Pneumologe)

Prof. em. Dr. S. Bhakdi (Mikrobiologe, Infektionsepidemiologe)

Prof. Dr. P. Vernazza (Infektiologe)

Prof. Dr. H. Streeck (Virologe, Epidemiologe, Direktor des Virologieforschungsinstituts Uni Bonn)

Dr. B. Schiffmann (HNO-Arzt, Schwindelambulanz Sinsheim)

Prof. Dr. C. Scheller (Virologe, Uni Würzburg)

Prof. Dr. K. Püschel (Rechtsmediziner, Direktor der Hamburger Rechtsmedizin)

Prof. M.T. Osterholm (Epidemiologe, Direktor des Infektionsforschungszentrum, Uni Minnesota)

Prof. Dr. F. U. Montgomery (Radiologe, ehem. Präsident der Bundesärztekammer)

Prof. Dr. K. Mölling (Virologin, Uni Zürich und Max-Planck-Institut)

Prof. Dr. A. Lohse (Infektiologe, Direktor der Infektiologie Uniklinik Hamburg)

Prof. Dr. G. Krause (Epidemiologe)

Dr. C. Köhnlein (Internist)

Prof. D. L. Katz (Arzt, Ernährungswissenschaftler, Direktor des Präventionsforschungszentrum Uni Yale)

Prof. J. P. A. Ioannidis (Arzt, Direktor des Präventionsforschungszentrum Uni Stanford)

Prof. Dr. S. Hockertz (Immunologe, Toxikologe)

Prof. Dr. M. Haditsch (Virologe, Mikrobiologe, Infektionsepidemiologe)

Prof. Dr. P. Goldschmidt (Virologe)

Prof. M. R. Gismondo (Mikrobiologin)

Prof. Dr. Dr. D. v. Wachter (Religionsphilosoph, Direktor der Internat. Akademie für Philosophie, Liechtenstein)

 

 

Im Folgenden habe ich ein paar wichtige Informationen rund um das Coronavirus aufgelistet:

 

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das neuartige Coronavirus (COVID-19) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt durch von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden. Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Symptome gezeigt hatten.

 

Welche Symptome werden durch das Coronavirus ausgelöst?

Vorneweg: Es gibt kein Leitsymptom an dem ich Covid-19 von anderen Infekten wie Influenza oder den banalen Schnupfen unterscheiden kann. Wie andere respiratorische Erreger kann eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall und einen Geschmacksverlust. Die Inkubationszeit beträgt im Mittel 5-6 Tage, kann aber bis zu 14 Tagen dauern. Basierend auf realen Daten wurde geschätzt, dass Patienten bereits 2,5 Tage vor Symptombeginn infektiös waren. Das Ende der infektiösen Periode ist momentan nicht sicher anzugeben. In einer Studie mit neun (!) Patienten wurde die Ausscheidungsdynamik vermehrungsfähiger Viren aus Proben von Rachen und Sputum untersucht. Abstrichproben vom Rachen enthielten vermehrungsfähige Viren bis zum vierten, aus dem Sputum bis zum achten Tag nach Symptombeginn.

 

Demografische Daten und Symptome/Manifestationen COVID-19-Erkrankter in Deutschland (Stand 28.05.2020)

Überblick zu Daten aus Deutschland
Demografie
Geschlechterverhältnis 48 % männlich
Altersmedian 50 Jahre
Altersverteilung < 10 Jahre: 2,0 %
10-19 Jahre: 4,4 %
20-49 Jahre: 43 %
50-69 Jahre: 31 %
70-89 Jahre: 16 %
≥ 90 Jahre: 2,9 %
Häufig genannte Symptome/Manifestationen
Husten 49 %
Fieber 41 %
Schnupfen 21 %
Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns* 15 %
Pneumonie 3,0 %
Weitere Symptome: Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Somnolenz.

* Seit der 17. KW können die COVID-19-Infektionen in einer eigenen Übermittlungskategorie angegeben werden, die auch Geruchs- und Geschmacksverlust als Symptom erfasst. Die deutlich höhere Zahl im oben gezeigten Diagramm resultiert vermutlich aus der intensiveren Ermittlung solcher Symptome im Rahmen von Studien im Vergleich zum Meldewesen.

Co-Infektionen: Nicht selten leiden COVID-19-Patienten unter weiteren Infektionen: Bei 5–40 % der Patienten kam es zu Co-Infektionen. Häufig nachgewiesene Erreger bei Co-Infektionen waren Mycoplasma pneumoniae, Candida albicans und Aspergillus spp. Zudem wurden in einigen Fällen Superinfektionen mit multiresistenten Bakterien (z. B. Klebsiella pneumoniae und Acinetobacter baumannii) festgestellt. Co-Infektionen waren in einer Studie mit einem schwereren Verlauf assoziiert.

Schwere Verläufe sind eher selten, können aber auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung auftreten und werden auch bei jüngeren Patienten beobachtet. Die folgenden Personengruppen haben, basierend auf der aktuellen Studienlage, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren; 87 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:

    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
    • chronische Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z. B. Cortison.

Atypische Manifestationen, Komplikationen, Folgeerkrankungen

Einige Studien berichten über neurologische Symptome und Erkrankungen, die darauf schließen lassen, dass u. a. neurologische Langzeitfolgen auftreten können. So wurde beispielsweise von einer Patientin mit möglicherweise SARS-CoV-2-assoziierter akuter nekrotisierender hämorrhagischer Enzephalopathie und von einem Patienten mit SARS-CoV-2-assoziierter Meningitis berichtet. Ein weiterer Artikel vertritt die These, dass SARS-CoV-2-Viren neuroinvasive Eigenschaften besitzen, die das zentrale Nervensystem schädigen und damit zum Lungenversagen beitragen könnten. Einige Fallberichte bringen auch das Auftreten eines Guillain-Barré-Syndroms in seiner typischen Form und in der Miller-Fisher-Variante mit SARS-CoV-2-Infektionen in Zusammenhang. Auch den oben beschriebenen Störungen des Geruchssinns liegt ein neurologischer Pathomechanismus zugrunde.

Neben den neurologischen Symptomen/Erkrankungen durch SARS-CoV-2 wird in verschiedenen Studien und Fallberichten eine relativ große Bandbreite an dermatologischen Manifestationen beschrieben. Dazu zählen u. a. juckende, morbilliforme Ausschläge, Papeln, Rötungen und ein Nesselsucht-ähnliches Erscheinungsbild sowie Hautbläschen und Frostbeulen-ähnliche Hautläsionen. In seltenen Fällen sind schwere Durchblutungsstörungen in den Akren bis hin zum Gangrän beschrieben. Ätiologisch gehen einige offenbar von einem direkt durch das Virus ausgelösten viralen Exanthem aus, andere führen die Erscheinungen auf eine Hyperkoagulation zurück, einhergehend mit mikrovaskulären, thrombotischen Verletzungen. Das Auftreten dieser Hautmanifestationen wurde sowohl am Anfang des Krankheitsverlaufs (noch vor anderen bekannten Symptomen) beobachtet, als auch im späteren Erkrankungsverlauf. Es können sowohl Kinder als auch Erwachsene betroffen sein. Hautmanifestationen treten nach aktueller

Datenlage insgesamt selten auf, in einer Studie an einer größeren Studienpopulation (n = 1.099) in China waren 0,2 % der gesamten und 1,2 % der schwerer erkrankten Personen betroffen. Da viele der berichteten Hauterscheinungen nicht nur spezifisch bei COVID-19, sondern auch bei anderen Erkrankungen vorkommen, ist noch weitere Forschung an größeren Studienkollektiven nötig, um bestimmte dermatologische Erkrankungsmuster zu erkennen, die vielleicht in bestimmten Fällen die Diagnose einer COVID-19-Erkrankung erleichtern, oder eine gezieltere Behandlung gegen mögliche Spätfolgen erlauben. Zunehmend wird auch über verschiedene Herz-Kreislauf-Komplikationen und -Folgeerkrankungen berichtet: Zwei systematische Übersichtsarbeiten schlussfolgern, dass insbesondere bei schweren Infektionen der Atemwege mit akutem Lungenversagen und Sauerstoffunterversorgung durch COVID-19 eine Reihe von Patienten kardiovaskuläre Erkrankungen erleiden, einschließlich Myokardschädigungen, Myokarditis, akutem Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und venösen thromboembolischen Ereignissen. Letztere stehen im Einklang mit den oben geschilderten Beobachtungen zu dermatologischen Symptomen, die teilweise mit Hyperkoagulabilität bei COVID-19-Patienten in Zusammenhang stehen. Diese pathologisch erhöhte Blutgerinnung scheint bei schweren COVID-19-Verläufen auch mit einem erhöhten Risiko für Thromboembolien, u. a. in den unteren Extremitäten, und möglichen Folgeschäden einherzugehen. Eine Studie aus den Niederlanden berichtete von einem klinischen Verdacht auf thromboembolische Ereignisse bei 35 von 76 (47 %) COVID-19-Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt wurden. Diagnostiziert wurden in 16 Fällen eine Lungenembolie in (sub-) segmentalen Arterien (21 %), in vier Fällen eine Lungenembolie in der Zentralarterie (5 %), in drei Fällen eine tiefe Venenthrombose (4 %) und in zwei Fällen ein ischämischer zerebrovaskulärer Insult (2,7 %).

Eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Lancet" am 20.04.2020 beschreibt eine durch die Obduktionen festgestellte generalisierte Entzündung der inneren Gefäßhaut (Endotheliitis) wodurch schwere Störungen der Mikrozirkulation entstehen und den Sauerstoffaustausch vermindert. Dies erklärt auch, warum die Hypertonie als einer der Hauptrisikofaktoren gilt, da durch die Hypertonie- und altersbedingte Schädigung des Endothels dieses wohl anfälliger für eine solche Komplikation sind.

 

Wie tödlich ist Covid-19?

Die Letalität beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der (tatsächlich) erkrankten Fälle. Dazu liegen keine verlässlichen Daten vor, weil die tatsächliche Anzahl erkrankter Menschen unbekannt ist und möglicherweise deutlich höher liegt als die Zahl der gemeldeten Erkrankungsfälle. Wenn tatsächlich die Zahl der erkrankten Fälle um einen Faktor 4,5–11,1 unterschätzt ist, dann beträfe das vermutlich v. a. die Zahl der (leichter) Erkrankten, die nicht durch das Überwachungssystem erfasst werden würden. Damit würde sich auch die (näher an der Wirklichkeit liegende) Letalität vermutlich um einen ähnlichen Faktor senken. (Robert-Koch-Institut)

Ergebnisse von Obduktionen von Covid-19-Verstorbenen geben deutliche Hinweise auf eine nochmals geringere Letalität als bisher angenommen. Das Hauptproblem ist, dass man für einen Virus (hier SARS-CoV-2) eigentlich gar keine Letalität berechnen kann. Eine Letalität kann man berechnen für Erkrankungen wie z.B. eine Pneumonie, da man hier nahezu vollständig alle Erkrankungsfälle erfassen kann und genau berechnen kann wie viele dieser Patienten an dieser Erkrankung versterben. Covid-19 ist die Bezeichnung für Krankheitssymptome bei SARS-CoV-2-positiven Patienten. Da sehr viele der Erkrankungen symptomlos verlaufen, liegen keine verlässlichen Zahlen der Gesamtinfizierten vor. Zudem zeigen die Obduktionen, dass alle Covid-19-Verstorbenen an mindestens einer schweren Grunderkrankung litten. 

 

Quelle: Robert-Koch-Institut

 

Gefährdung durch ACE-Hemmer und Sartane (AT-II-Blocker)?

Vor einigen Wochen haben Hypothesen für Verunsicherung gesorgt, dass Patienten welche mit einem ACE-Hemmer oder AT-II-Blocker behandelt werden ein erhöhtes Erkrankungsrisiko und einen schlechteren Krankheitsverlauf hätten. Jetzt werden mehrere größere Beobachtungsstudien veröffentlicht die gegen eine Gefährdung durch diese Antihypertensiva sprechen. Es gibt bisher keine Belege für einen schädlichen Effekt dieser Medikamentengruppen.

 

Quelle: arznei-telegramm 2020, Jg. 51, Nr. 5

 

Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?

Wie bei allen Infektionserkrankungen gilt es auf eine möglichst gute Händehygiene zu achten. Sie sollten sich oft die Hände waschen, ganz besonders nach dem husten oder niesen. Generell sollten Sie nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge husten oder niesen. Halten Sie einen ausreichenden Abstand zu Personen (1-2 m) mit Infektzeichen ein und wenn Sie selbst Infektzeichen an sich bemerken, meiden Sie Menschenansammlungen und geben Sie niemandem die Hand. Diese allgemeine Maßnahmen gelten wie gesagt für alle Infektionserkrankungen, insbesondere auch für die Influenza, welche in dem Medienhype um das Coronavirus gänzlich untergeht.

 

Was bringt die Pneumokokkenimpfung?

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon über die Maßen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Die STIKO empfiehlt – unabhängig von der COVID-19-Pandemie - für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Es ist zudem plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Bei Influenza-Erkrankungen sind bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation. Die aktuelle Datenlage ist jedoch unzureichend um einzuschätzen, wie häufig solche Superinfektionen bei COVID-19 Patienten vorkommen.

Aktuell sind Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland nur sehr eingeschränkt verfügbar. In unserer Region ist momentan kein Impfstoff lieferbar! Daher sollten zurzeit prioritär Personen geimpft werden, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben. Prioritär geimpft werden sollen: Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren mit Prevenar 13 oder Synflorix, Personen mit Immundefizienz, Senioren ab 60 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD) mit Pneumovax 23. Oberste Priorität für Senioren und Personen mit chronischen Grunderkrankungen hat im Moment die Kontaktreduzierung (z.B. zu Hause bleiben). Diese schützt nicht nur vor COVID-19, sondern auch vor der Übertragung anderer Infektions­erkrankungen, wie zum Beispiel Pneumokokken-Infektionen. 

 

Ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Allgemeinbevölkerung sinnvoll?

Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit respiratorischen Erregern zu schützen, sind eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen.

Durch einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder bei der gegenwärtigen Knappheit eine textile Barriere im Sinne eines MNS (sogenannte community mask oder Mund-Nasen-Bedeckung) können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz). Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein MNS oder eine Mund-Nasen-Bedeckung einen selbst vor einer Ansteckung durch andere schützt (Eigenschutz). Es ist zu vermuten, dass auch Mund-Nasen-Bedeckungen das Risiko verringern können, andere anzustecken, weil sie die Geschwindigkeit der Tröpfchen, die durch Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, reduzieren können. Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt. Was wissenschaftlich allerdings belegt ist, ist die Tatsache, dass ein MNS für Viren durchlässig ist.

Bei Personen, die an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankt sind, kann das Tragen eines MNS oder einer Mund-Nasen-Bedeckung durch diese Person dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung anderer Personen zu verringern. Nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, bemerkt das auch. In der Regel sind Betroffene bereits mit sehr leichten Symptomen ansteckend. Manche Infizierte erkranken gar nicht (asymptomatische Infektion), könnten den Erreger aber trotzdem ausscheiden. In diesen Fällen könnte das vorsorgliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu beitragen, das Übertragungsrisiko zu vermindern. Deshalb könnte das Tragen Mund-Nasen-Bedeckung durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, z.B. ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch ggf. am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Darüber hinaus könnten Mund-Nasen-Bedeckungen das Bewusstsein für „physical distancing“ und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen. Allerdings fehlt auch hierfür der wissenschaftliche Nachweis.

Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass ein MNS oder die Mund-Nasen-Bedeckung korrekt sitzt (d.h. eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden. Auf keinen Fall sollte das Tragen eines MNS oder einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder Husten- und Niesregeln bzw. die Händehygiene nicht mehr umgesetzt werden. Hinweise zur Handhabung und Pflege von Mund-Nasen-Bedeckungen gibt auch das BfArM. Nicht zu verwechseln mit einfachem Mund-Nasen-Schutz bzw. Mund-Nasen-Bedeckung sind der mehrlagige medizinische (chirurgische) Mund-Nasen-Schutz oder medizinische Atemschutzmasken, z.B. FFP-Masken. Diese sind für den Schutz von medizinischem und pflegerischem Personal essentiell und müssen dieser Gruppe vorbehalten bleiben. Der Schutz von Fachpersonal ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse.

Dem erhofftem Nutzen des MNS stehen die Tatsachen gegenüber, dass es in der Berufsgruppe der VerkäuferInnen in den Supermärkten, wo die gesetzliche Maskenpflicht besonders gilt, keine erhöhtes Auftreten von Covid-19-Fällen gibt. Auch in den muslimischen Ländern, wo komplette Verschleierungspflicht herrscht gibt es keine im Vergleich mit anderen Ländern geringere Häufigkeit von Covid-19!

 

Wann muss ich in Quarantäne?

Eine Quarantäne wird dann behördlich angeordnet, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat:

  • wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose hatte. Ein enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.
  • immer, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.

Bei medizinischem Personal gibt es die Möglichkeit, die Empfehlungen bei Personalmangel anzupassen.

 

Wenn man beispielsweise in den letzten zwei Wochen nur im gleichen Raum mit einem COVID-19-Erkrankten war und keinen engen Kontakt hatte, wird keine Quarantäne angeordnet, da dann ein geringeres Ansteckungsrisiko besteht. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet (Krankenhaus, Altenpflege etc.), sollte aber in jedem Fall seinen Betriebsarzt informieren. Und für alle gilt: tägliche Selbstkontrolle auf Krankheitszeichen.

Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss ebenfalls nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson, hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung und kann auch niemanden anstecken.

 

Quelle: Robert-Koch-Institut

 

Ist eine Krankmeldung auszustellen, wenn der Patient noch keine Krankheitssymptome aufweist, aber der Arbeitgeber ihn prophylaktisch freistellt oder der Patient aus Eigeninitiative prophylaktisch nicht zur Arbeit geht?

Nein. In diesem Fall ist keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen. Für das Ausstellen einer AU-Bescheinigung muss zwingend eine Krankheit vorliegen. Erkrankte Mitarbeitende sollten unbedingt der Arbeit fernbleiben und haben aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung. Bleibt jemand aus Angst vor Ansteckung zuhause, ohne dass dies behördlich angeordnet oder mangels arbeitgeberseitiger Schutzmaßnahmen gerechtfertigt ist, so besteht für diese Zeit mangels Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf Lohn.

Rücksprache mit dem Gesundheitsamt: 

Der Patient, der noch keine Symptome hat, kann sich beim Gesundheitsamt melden und schildern, warum er der Ansicht ist, dass er besser nicht zur Arbeit gehen sollte. Das Gesundheitsamt gibt dann gegebenenfalls die Empfehlung, prophylaktisch vom Arbeitsplatz fernzubleiben. Diese mündliche Empfehlung hat keinerlei rechtsverbindlichen oder anordnenden Charakter. Das Gesundheitsamt stellt in diesem Fall keine Bescheinigung aus. Der Arbeitgeber des betreffenden Patienten, der von dieser Empfehlung des Gesundheitsamtes erfährt, kann dann entscheiden, den Patienten freizustellen. Er zahlt dann das übliche Arbeitsentgelt weiter. Ein Entschädigungs­anspruch nach dem Bundes­infektionsschutz­gesetz besteht in diesem Fall nicht. Hiervon ist die Situation zu entscheiden, die zurzeit deutlich seltener vorkommt: Wenn das zuständige Gesundheitsamt bei entsprechend konkreten Verdachtsfällen ein sogenanntes Tätigkeitsverbot ausspricht (§ 31 Infektionsschutzgesetz), stellt das einen Verwaltungsakt dar, der wiederum bezüglich des Verdienstausfalls Entschädigungsansprüche auslöst (§ 56 Infektionsschutzgesetz).

 

Quelle: KV Baden-Württemberg

 

Bin ich nach einer Infektion immun?

Studien haben gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spezifische Antikörper entwickeln, die gegen das N- oder S-Protein gerichtet sind. Bei der Mehrzahl der Patienten findet diese Serokonversion in der zweiten Woche nach Symptombeginn statt. Erste Studien zu neutralisierenden Antikörpern, die auf eine protektive Immunität hindeuten, zeigen, dass diese am Ende der zweiten Woche nach Symptombeginn nachweisbar sind. Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt noch, wie regelhaft, robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird. Die Erfahrungen mit anderen Coronaviren-Infektionen (SARS und MERS) deuten darauf hin, dass die Immunität bis zu drei Jahre anhalten könnte. Um dies genauer zu bestimmen, sind serologische Längsschnittstudien erforderlich, die die Immunität der Patienten über einen längeren Zeitraum beobachten. Durch Tierversuche an Rhesusaffen, früheren Erkenntnissen zu SARS sowie Plausibilitätsannahmen gehen Experten davon aus, dass genesene Patienten ein nur sehr geringes Reinfektionsrisiko haben.

 

Quelle: Robert-Koch-Institut

 

Kann ich mich auf Antikörper testen lassen, um festzustellen ob ich eine Immunität habe?

Bei den nun vielfach angebotenen Antikörpertests werden, wie der Name schon sagt, nicht das Virus selbst, sondern die vom Körper dagegen produzierte Antikörper gemessen. Es gibt verschiedene Antikörperklassen, die der Körper in verschiedenen Zeitabständen herstellt. Je nach Abnahme des Blutes zur Testung, kann es daher auch zu falsch-negativen Testergebnissen kommen. Das heißt, dass keine Antikörper nachweisbar sind, weil einfach zu früh getestet wurde. Ein weiteres Problem mit diesen Tests ist, dass es hier noch eine Kreuzreaktion mit Antikörper gegen andere Coronaviren gibt und es daher häufig zu falsch-positiven Testergebnissen kommt. Das heißt, dass eine Immunität vorgetäuscht wird, wo keine besteht. Zudem dürfen die Hersteller ihre Tests laut EU-Verordnung noch bis Mai 2022 selbst zertifizieren. Es fehlt daher an allgemein anerkannten Qualitätsstandards und einer Prüfung durch eine unabhängige Stelle. Aufgrund diesen Faktoren empfehle ich im Augenblick nicht eine solche Testung. Auf Wunsch können wir natürlich eine solche Blutentnahme durchführen und in ein entsprechendes Labor einsenden. Die Kosten für die Antikörpertestung werden allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Wie beurteile ich die aktuelle Situation aus der Erfahrung als Landarzt und Notarzt?

In meiner Praxis hatten wir bereits Ende Januar und um die Fasnetszeit ein sehr starkes Aufkommen von Patienten mit respiratorischen Infekten. Retrospektiv waren da sicherlich neben an Grippe erkrankten Patienten auch Covid-19-Patienten dabei. Der Verlauf war durchweg als mild zu verzeichnen, wobei zu diesem Zeitraum hauptsächlich junge Patienten ohne Vorerkrankungen an diesen Infekten erkrankten. Im März kamen dann auch zunehmend ältere Patienten mit chronischen Erkrankungen mit respiratorischen Infekten dazu, wobei die Gesamtzahl der Erkrankten eher rückläufig war. In der Praxis hatten wir auch vereinzelt Patienten mit schwerem, komplikationsträchtiger SARS-CoV-2-Infektion, wobei hier die Grunderkrankungen der Patienten für den Verlauf entscheidend waren. Das soll den Einzelfall nicht bagatellisierend oder despektierlich wirken lassen! In meiner Funktion als Notarzt hatte ich ebenfalls selten Einsätze mit schwerem Verlauf von Covid-19. Diese Patienten hatten sich immer innerhalb kürzester Zeit rapide verschlechtert und ein lebensbedrohliches Bild gezeigt. In der Gesamtzahl waren diese Fälle Gott sei Dank selten. Ab April nahm das Patientenaufkommen mit respiratorischen Infekten und Verdacht auf Covid-19 dann zügig ab, so dass nur noch vereinzelt Patienten damit die Praxis aufsuchen. Wenn man die Patientendynamik mit den letzten Jahren und anderen Infektionswellen vergleicht, so bin ich der Überzeugung, dass die Coronawelle gerade am auslaufen ist. Auch die offiziellen Zahlen und Statistiken geben meiner Einschätzung recht. Die Aussage von Politikern, dass wir uns immer noch am Beginn der Welle befinden, deckt sich nicht mit meiner Erfahrung in der Praxis und im Rettungsdienst. Im Folgenden habe ich eine Grafik abgebildet, die die saisonale Aktivität verschiedener Krankheitserreger aufzeichnet. Darauf ist gut zu erkennen, dass das Coronavirus sich jedes Jahr von Anfang Dezember bis Ende April verbreitet. Dies deckt sich mit dem diesjährigen Verlauf! Durch die Maßnahmen, die von der Regierung durchgeführt wurden, ist davon auszugehen, dass die Coronaviruszeit sich evtl. auch in den Sommer hin verlängert und etwas langsamer ausläuft. Bis ein Impfstoff dann auf den Markt kommt wird die Erkrankungszeit durch das SARS-CoV-2 schon längst beendet sein. Ärztliche Tätigkeit und Wissenschaft sollte immer unabhängig sein. Durch die Tatsache aber, dass sowohl die Charité und das Robert-Koch-Institut Gelder von der Bill-Gates-Stiftung erhält, ist meines Erachtens hier keine Unabhängigkeit mehr gegeben!

Quelle: emedicine.medscape, 30.06.2019
Quelle: emedicine.medscape, 30.06.2019

Die Reproduktionszahl und sind die Maßnahmen der Regierung notwendig und erfolgreich?

Die Reproduktionszahl beschreibt wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Im folgenden Diagramm vom Robert-Koch-Institut sind zum einen die Reproduktionszahl und die Zeitpunkte der einzelnen Maßnahmen der Regierung aufgezeichnet. Am 09.03.2020: Absage aller Großveranstaltungen über 1000 Personen in einzelnen Bundesländern, 16.03.2020: Bund-Länder-Vereinbarung zu Leitlinien gegen die Ausbreitung des Coronavirus, 23.03.2020: Bundesweit umfangreiches Kontaktverbot ("lock down").

Das Abfallen der Reproduktionszahl ab dem 10.03.2020 wird von dem Robert-Koch-Institut folgendermaßen erklärt: "...Die Tatsache, dass die Reproduktionszahl seit Anfang März unter der Basisreproduktionszahl (R0) zwischen 2,4 und 3,3  liegt, ist eine Konsequenz der Maßnahmen, die zur Eindämmung des Virus getroffen wurden. Wichtige Meilensteine sind hierbei die Absage großer Veranstaltungen (> 1.000 Teilnehmer) in verschiedenen Bundesländern vom 9. März, die Bund-Länder-Vereinbarung vom 16. März sowie die Einführung eines bundesweiten Kontaktverbots vom 23. März. Die verschiedenen Maßnahmen ergänzen und verstärken sich gegenseitig...." 

Wenn man die Inkubationszeit von 5-6 Tagen heranzieht, steckt sich die Bevölkerung bis zum 09.03.2020 weiterhin mit SARS-CoV-2 an. Das würde bedeuten, dass die Reproduktionszahl mindestens 5-6 Tage weiter ansteigen, oder zumindest auf dem gleichen Stand bleiben hätte müssen und dann erst abfallen, wenn der erste wichtige Meilenstein eine Wirkung auf die Reproduktionszahl gehabt hätte. Dies ist nicht der Fall! Auf dem Diagramm erkennt man, dass die Maßnahmen keinerlei Auswirkung auf die Reproduktionszahl haben. Man muss daher sich die Frage stellen, ob der "lock down" schließlich wirklich notwendig war, da die Reproduktionszahl zu diesem Zeitpunkt bereits unter 1 lag. Meines Erachtens nicht!

Das RKI berichtet über einen erneuten Anstieg der Reproduktionszahl auf 1,1 am 09.05.2020 nach langsamem Beginn der Lockerungsmaßnahmen. Das bedeutet, dass ein Infizierter wieder mehr als 1 Person ansteckt. In der am 04.05.2020 veröffentlichten Heinsbergstudie von Prof. Dr. H. Streeck der Universität Bonn, wurde das Ansteckungsrisiko von Mitbewohnern eines an Covid-19 Erkrankten in einem 2-Personen-Haushalt mit 44%, einem 3-Personen-Haushalt mit 36% und bei einem 4-Personen-Haushalt mit 18% ermittelt. Dies würde heißen, dass die Reproduktionszahl immer unter 1 ist und steht im direkten Widerspruch zu der geschätzten Reproduktionszahl vom RKI!

Im Oktober 2019 veröffentlichte die WHO das Dokument "Non-pharmaceutical public health measures for mitigating the risk and impact of epidemic and pandemic influenza". Darin untersuchte sie verschiedene Maßnahmen in künftigen Grippe-Epidemien und -Pandemien:

1.  Personenbezogene Schutzmaßnahmen wie Handhygiene, spezielle Nies- und Hustenverhalten und den Einsatz von Schutzmasken.

2.  Umgebungsbezogenen Maßnahmen wie Oberflächenreinigung, den Einsatz von UV-Licht oder Belüftungstechniken.

3.  Social-Distancing-Maßnahmen wie Contact Tracing, Isolation von Kranken und Quarantäne von Riskogruppen, Schul- und Arbeitsplatzschließungen und die Meidung großer Menschenmassen.

4. Reisebezogene Maßnahmen wie Reisewarnungen, Screenings von Flugreisenden, Inlandsreiseverbote und Grenzschließungen.

Dieser Katalog liest sich wie die durchgeführten Maßnahmen der Regierungen bei der SARS-CoV-2-Pandemie.

Tatsächlich kommt die WHO zu dem Ergebnis, dass die Qualität der Belege für die Wirksamkeit fast aller damals untersuchten Maßnahmen als niedrig oder sehr niedrig einzuschätzen ist. Lediglich bei der Handhygiene und Maskennutzung, hauptsächlich im Gesundheitswesen, kommt die WHO zu einem moderaten bis hohen Nutzen.

Demnach berichtet die WHO im Oktober 2019, dass es kaum bis keine verlässlichen Hinweise für die Wirksamkeit des lock downs gibt! Dennoch wurden diese Maßnahmen empfohlen und von den meisten Regierungen strikt durchgeführt.

 

Die wichtigsten Maßnahmen bei Verhinderung der Ausbreitung einer Infektionserkrankung sind die basishygienische Maßnahmen, wie ich bereits oben mehrfach erwähnt habe. Zudem sollten, wie es auch richtig gemacht wurde, Infizierte isoliert und die Risikogruppen besonders geschützt werden.

Meine Feststellung soll in keinster Weise die Erkrankung Covid-19 verharmlosen, sondern sich kritisch zu den getroffenen Maßnahmen äußern. SARS-CoV-2 wie auch Influenza können schwere Erkrankungen hervorrufen, die auch tödlich verlaufen können! Der Vergleich mit SARS-CoV-2 mit einer schweren Influenza ist durchaus gerechtfertigt, wie uns alle Zahlen eindrücklich zeigen. Leider wird eine solche Aussage von Politiker und Medien oft als "Verschwörungstheorie" diffamiert. Ich bin Arzt und kein Politiker und meine Aussagen beziehen sich nur auf die Erkrankung durch SARS-CoV-2. Es handelt sich um meine persönliche Meinung, denn als Facharzt für Allgemeinmedizin und Notfallmedizin bin ich, wie man bei uns landläufig sagt, auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen! Eine politische Bewertung der Vorgänge und Maßnahmen wird von mir nicht vorgenommen.

 

 

Übersterblichkeit durch Corona?

 

27.04.2020 tagesschau: „Corona-Pandemie: Übersterblichkeit deutlich gewachsen“

 

08.05.2020 welt: „Seit Ende März sind wegen der Corona-Epidemie in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Menschen gestorben. Die auffälligsten Anzeichen für eine Übersterblichkeit im Zusammenhang mit Covid-19 gab es bislang vor allem in der zweiten Aprilwoche, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.“

 

08.05.2020 n-tv: „Das Coronavirus sorgt dafür, dass weltweit mehr Menschen als sonst üblich sterben. Diese Annahme bekräftigt nun das Statistische Bundesamt auch für Deutschland.

 

08.05.2020 stern: "Sterbefallzahlen in Deutschland steigen seit Ende März wegen Coronavirus signifikant an. Es ist ein vielgehörtes Argument von Verschwörungstheoretikern: In Deutschland stürben derzeit gar nicht mehr Menschen als während einer normalen Grippesaison. Diese Behauptung ist nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes definitiv falsch."

 

 

Wöchentliche Sterbefallzahlen in Deutschland (Statistisches Bundesamt, 22.05.2020)

 

In dieser offiziellen Grafik des statistischen Bundesamt sieht man die Sterbefallzahl in diesem Jahr als rote Linie im Vergleich mit den vorigen Jahren insgesamt betrachtet als nicht erhöht! Oft wurde in den Medien nur das Zeitintervall ab dem 23.03.2020 abgebildet, wo die rote Kurve die Durchschnittskurve nach oben hin überschritt. Das Weglassen der Zahlen vor diesem Zeitraum ergibt einen verfälschten Gesamteindruck. Die Schlussfolgerung, dass der ab Ende März bestehender Anstieg der Sterbefallzahl mit Covid-19 zusammenhängt, ist aus dieser Kurve nicht abzulesen. Interessant ist, dass ab dem 23.03.2020 der lockdown begann. Heißt das nun, dass der lockdown die Übersterblichkeit verursacht? Auch das kann man natürlich nicht aus der Grafik ablesen! Bei einem solch komplexen, multifaktoriellen Geschehen wie die Sterbefallzahl für einen Faktor die Kausalität herzustellen und ihn als Hauptauslöser zu benennen ist schlichtweg nicht möglich. Dazu benötigt es eine ausführliche wissenschaftliche Aufarbeitung aller Daten. 

 

 

 

 

TERMINSPRECHSTUNDE!

   

Seit dem 01.07.2019 haben wir, aufgrund des stoßweisen hohen Patientenaufkommens, eine Terminsprechstunde eingeführt!

Es gibt Sprechzeiten für planbare Patienten und Sprechzeiten für akute Fälle. In der Sprechstunde für akute Fälle wird ein Termin am gleichen, spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vergeben. Allerdings ist das Zeitfenster hierfür kürzer gehalten wie in der Sprechstunde für planbare Fälle. Wir bitten daher immer um telefonische Anmeldung.

Dadurch sind die teilweise sehr lange Wartezeiten verkürzt worden!

Vielen Dank!